Gefangen im UntergrundHunderte Hamas-Kämpfer sitzen in eigenen Tunneln fest – Israel kappt Verbindungen

Im Gazastreifen spielt sich derzeit ein dramatisches Kapitel des anhaltenden Nahostkonflikts ab: Laut einem Bericht des Wall Street Journal sitzen hunderte Hamas-Kämpfer in ihren eigenen Tunnelanlagen fest – abgeschnitten von Fluchtwegen und jeglicher Versorgung. Die unterirdischen Gänge, die einst als Rückzugsort und Überraschungsangriffsnetz dienten, haben sich nun in eine tödliche Falle verwandelt. Seit Israel gezielt begann, das komplexe Tunnelsystem zu zerstören, sind viele Verbindungen gekappt. Die Folge: ganze Gruppen von Kämpfern stecken auf israelisch kontrollierter Seite fest – mit kaum einer Chance auf Entkommen.

Der Bericht legt offen, dass sich diese Situation insbesondere nach dem Rückzug israelischer Truppen im Zuge eines durch die USA vermittelten Waffenstillstands zugespitzt hat. Die Tunnel, die sich über Kilometer hinweg unter Städten, Wohngebieten und Grenzposten ziehen, wurden zum Gefängnis für die eigenen Erbauer. Ohne Nachschub, ohne Kontakt zur Außenwelt und mit der ständigen Angst vor Entdeckung oder Einsturz sitzen die Kämpfer dort fest. Israels Armee nutzt die Gelegenheit, die Kontrolle über das Tunnelnetz weiter auszubauen und setzt gezielt auf Überwachung und punktuelle Zerstörung – mit dem Ziel, die militärische Infrastruktur der Hamas nachhaltig zu zerschlagen.

Doch auch wenn viele der Eingeschlossenen offenbar kampfunfähig sind, bleibt die Lage angespannt. Berichten zufolge verfügen einige der Eingeschlossenen weiterhin über Waffen – und sind bereit, sich im Ernstfall bis zuletzt zu verteidigen. Die Tunnel, einst Symbol für das taktische Geschick der Hamas, sind nun Sinnbild für Isolation und Zerfall. Der psychologische Druck auf beiden Seiten wächst – ebenso wie die Sorge, dass dieser unübersichtliche und gefährliche Schauplatz erneut zu einem Brennpunkt eskaliert. Was als strategischer Vorteil geplant war, droht für viele zum Grab zu werden.


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