Was auf den ersten Blick wie ein harmloses Picknick wirkt, entwickelt sich zum blanken Horror: In einem Video aus der Region um al-Faschir in Westsudan sitzen Männer in entspannter Runde – doch wer zuhört, dem bleibt das Herz stehen. Es sind Kämpfer der berüchtigten Rapid Support Forces (RSF), die ungehemmt und grinsend davon berichten, auf welche grausamen Arten sie im Bürgerkrieg morden, foltern und vergewaltigen. Vor laufender Kamera brüsten sie sich mit ihren abscheulichen Taten, sprechen von ihren „Erfolgen“ auf den Schlachtfeldern, als ginge es um sportliche Leistungen.
Niemand scheint vor der Willkür der RSF-Miliz geschützt zu sein – Frauen, Kinder und ältere Menschen zählen zu den häufigsten Opfern, ihre Schicksale werden in makabren Details zur Schau gestellt. Besonders schockierend: Die Männer verwenden den lokalen arabischen Nomadendialekt, sind erschreckend jung und wirken, als hätten sie in all der Gewalt jede Hemmung verloren. Behörden und Menschenrechtsorganisationen schlagen Alarm, während sich in sozialen Medien Empörung und Hilflosigkeit mischen. Das Video ist nur eines von vielen Beweisstücken, das die ganze Monstrosität dieses Krieges offenbart.
Der Bürgerkrieg im Sudan hat eine neue Stufe der Eskalation erreicht – und mit ihm eine Welle der Gewalt, die keinen Halt mehr kennt. Die internationale Gemeinschaft steht fassungslos vor den systematischen Verbrechen der RSF: Massaker, Vertreibungen, sexuelle Gewalt und gezielte Folter bestimmen inzwischen den Alltag in großen Teilen des Landes. Während Hunderttausende auf der Flucht sind, bleibt vielen Bewohnern von al-Faschir nur das Entsetzen darüber, was die Kamera in wenigen Minuten festgehalten hat: das grausame Bekenntnis junger Männer zu einer Spirale des Tötens, an der niemand im Sudan vorbeikommt.
