Ein Nachmittag am Meer, dann pure Panik: Entlang der Küste von Teneriffa peitschten Monsterwellen gegen Promenaden und Hafenmolen, rissen Unschuldige von den Steinen und spülten sie in die gurgelnde Tiefe. Was eben noch Urlaubsidylle war, verwandelte sich in ein schwarzes Panorama aus Gischt, Schreien und Sirenen. Zeugen berichten von Wassermauern, die aus dem Nichts auftauchten und alles mit sich nahmen, was nicht fest verankert war.
Besonders hart traf es Puerto de la Cruz. Eine gewaltige Woge schlug an die Mole, schleuderte Ausflügler ins tobende Becken, ließ Taschen, Schuhe und Handtücher wie Wrackteile treiben. Unter den Verletzten auch Besucher aus Frankreich, die nur einen kurzen Blick aufs Meer werfen wollten. Eine Frau brach am Ufer zusammen, Helfer kämpften verzweifelt um ihr Leben, während weitere Rettungskräfte die Küste absuchten und Boote gegen die Brandung ansteuerten.
Die Behörden sprechen von stürmischer See und warnen vor weiteren Brechern. Doch Warnhinweise sind trostlos, wenn die Natur zur Faust wird und die Ferieninsel an einem einzigen Tag in Trauer hüllt. Hotels senken die Stimmen, Strände wirken wie leergefegt, die Luft schmeckt nach Salz und Schock. Teneriffa wollte Sonne verkaufen, doch die See lieferte Gewalt. Zurück bleiben Schmerz, Fragen und die bittere Erkenntnis, dass ein schöner Blick aufs Wasser manchmal der letzte sein kann.
