So grün, so modern, so nachhaltig wollte sich Katar der Welt präsentieren. Als das Emirat 2022 die Fußball‑WM ausrichtete, versprach es ein Turnier der Superlative – und der Verantwortung. Besonders das berühmte 974‑Stadion war Symbol dieses Plans: gebaut aus Containern, leicht abbaubar, bestimmt für Entwicklungsländer nach dem letzten Abpfiff. Doch wer heute in Doha landet und Richtung Innenstadt fährt, sieht die Wahrheit mit eigenen Augen: Das Stadion steht noch immer, unverändert, ungenutzt – ein Mahnmal der großen WM‑Show.
Jetzt kam heraus: Das vermeintlich „temporäre“ Wunderbauwerk diente längst wieder als Kulisse für ein weiteres Turnier. Beim Arab Cup rollte dort erneut der Ball, anstatt dass die Tribünen längst in Afrika oder Asien neue Fußballträume beflügeln. Kritiker sprechen von einem Täuschungsmanöver, einer PR‑Inszenierung für die Weltöffentlichkeit. Denn nur wenige der insgesamt acht WM‑Arenen wurden tatsächlich zurückgebaut – viele rosten seither in der Sonne vor sich hin. Das Versprechen der Nachhaltigkeit: verpufft in der Wüstenhitze.
Trotzdem vergibt die Fifa weiter Turniere an das Emirat und preist Katars Engagement als Erfolgsgeschichte. Schon im März wird Doha erneut zur Fußballbühne, wenn Spanien und Argentinien um den Titel des „Finalissima‑Champions“ kämpfen. Währenddessen wächst weltweit der Unmut über leere Worte und prunkvolle Stadien ohne Zukunft. Für viele Fans steht längst fest: Katar hat die Welt nicht nur verzaubert – sondern eiskalt hinters Licht geführt.
