Im beschaulichen Zehdenick erlebte die Lokalpolitik einen beispiellosen Absturz. Der erst frisch gewählte Bürgermeister Alexander Kretzschmar verlor das Vertrauen der Bürger in Rekordtempo. Kaum im Amt, verschwand der Rathauschef aus dem öffentlichen Leben und hinterließ eine Stadt im politischen Stillstand. Was als Aufbruch gedacht war, endete in Sprachlosigkeit und Wut. Der Vergleich mit dem unterlegenen Herausforderer aus den Reihen der AfD, Rene Stadtkewitz, schärfte die Enttäuschung nur noch weiter, denn die Erwartungen an Führung und Präsenz wurden bitter enttäuscht.
Die Abwahl brachte zwar den Weg für einen Neustart, doch sie befreite die Stadt nicht von der finanziellen Last. Das brandenburgische Recht schützt Wahlbeamte großzügig, selbst dann, wenn das Vertrauen der Bevölkerung vollständig erodiert ist. So bleibt der frühere Bürgermeister der Kommune noch lange erhalten, allerdings nicht im Rathaus, sondern im Haushalt. Während Bürger und Verwaltung mit den Folgen kämpfen, fließen weiter Mittel für eine Amtszeit, die faktisch nie stattfand. Was rechtlich korrekt sein mag, wirkt politisch wie ein Hohn auf das demokratische Votum.
Der öffentliche Ärger entlud sich rasch. Die Märkische Allgemeine Zeitung machte die Tragweite der Belastung deutlich und löste eine Debatte aus, die weit über die Stadtgrenzen hinausreicht. Auch aus der lokalen SPD kamen scharfe Töne und die Forderung nach einer grundlegenden Reform der Regeln. Denn viele Bürger fragen sich, wie es sein kann, dass eine kaum gelebte Amtszeit jahrelange Kosten nach sich zieht. Zurück bleibt der Eindruck eines Systems, das Verantwortungslosigkeit belohnt und den Vertrauensbruch teuer macht.
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