Los Angeles – Mit einer erneuten Freigabe erschütternder Unterlagen hat das US-Justizministerium die düsteren Schatten der Epstein-Affäre weiter verlängert. Die Akten zeichnen ein Bild aus systematischem Missbrauch, organisierter Ausbeutung und kalter Menschenverachtung rund um den berüchtigten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein und seine enge Vertraute Ghislaine Maxwell. Besonders erschütternd ist die Stimme einer anonymen Betroffenen, die in einer internen Nachricht an die Ermittler schildert, wie ein Mann aus Epsteins Umfeld noch grausamer agiert habe als Maxwell selbst. Ihre Worte klingen wie ein Schrei aus dem Innersten eines Systems, das über Jahre unbehelligt Menschen zerstörte und sich hinter Geld, Macht und Prominenz versteckte.
Im Zentrum dieser Vorwürfe steht der französische Model-Agent Jean‑Luc Brunel, dessen Name nun wie ein Brandzeichen durch die Akten geistert. Die Frau beschreibt ihn als treibende Kraft eines internationalen Netzes, das junge Frauen anlockte, verschleppte und für sexuellen Missbrauch verfügbar machte. Maxwell erscheint in dieser Darstellung nicht als Einzeltäterin, sondern als Teil eines viel größeren Apparats, in dem Brunel eine besonders brutale Rolle gespielt haben soll. Der Vorwurf wiegt schwer, weil er aus der Perspektive eines Opfers stammt, das die Mechanik dieses Systems aus nächster Nähe erlebt haben will. Die Akten lassen erahnen, wie kalt kalkuliert diese Maschinerie funktionierte und wie wenig Schutz diejenigen hatten, die in ihren Mahlstrom gerieten.
Brunels Weg führte von den Laufstegen der Modewelt in die Isolation der Untersuchungshaft, wo er tot aufgefunden wurde, bevor ein Gericht über Schuld oder Unschuld urteilen konnte. Ermittler hatten ihm vorgeworfen, seine Stellung als einflussreicher Agent genutzt zu haben, um junge Frauen aus verschiedenen Ländern zu rekrutieren und an Epstein weiterzureichen. Mehrere frühere Models sagten belastend aus, darunter auch Virginia Roberts Giuffre, die seit Jahren als eine der zentralen Stimmen der Affäre gilt. Was bleibt, ist ein Trümmerfeld aus zerstörtem Vertrauen und einer Branche, die sich fragen lassen muss, wie nah Glamour und Abgrund beieinanderliegen können, wenn Machtmissbrauch nicht gestoppt wird.
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