Washington verspricht Aufklärung und liefert Entsetzen. Was als Akt der Gerechtigkeit gedacht war, wurde zum nächsten Schock im düsteren Komplex um Jeffrey Epstein. Statt Täter zu entlarven, entblößte der Staat erneut die Verletzlichsten. Auf der offiziellen Seite des US-Justizministerium tauchten zeitweise ungeschwärzte Aufnahmen junger Frauen auf, nackt und klar erkennbar. Die Veröffentlichung wirkte wie ein zweiter Übergriff durch Institutionen, die eigentlich schützen sollen. Der Skandal trifft den Kern staatlicher Verantwortung und zeigt eine erschütternde Gleichgültigkeit gegenüber den Folgen für Betroffene.
Die Empörung wächst, weil alles vermeidbar gewesen wäre. Ein Gesetz, vom US-Kongress beschlossen und von Donald Trump unterzeichnet, schreibt den Schutz sensibler Inhalte ausdrücklich vor. Dennoch wurden intime Bilder und Namen frei zugänglich, aufgenommen auf Epsteins Anwesen und in privaten Räumen seines Machtzirkels. Erst Recherchen der New York Times brachten das Versagen ans Licht. Die Behörde reagierte erst nach dem Hinweis der Presse und zog die Dateien hastig zurück, als wäre das Leid der Betroffenen ein technisches Versehen.
Für die Opfer ist es ein Schlag ins Gesicht. Die Kunstschaffende Annie Farmer, selbst missbraucht durch Epstein und seine Komplizin Ghislaine Maxwell, spricht von einer zutiefst verstörenden Entwürdigung. Anwälte nennen das Behördenhandeln abscheulich. Der Schaden aber bleibt: Vertrauen zerbricht, Scham wird neu entfacht, und der Staat wirkt überfordert mit seiner eigenen Verantwortung. Was als Transparenz verkauft wird, endet als grausame Offenlegung – ein Mahnmal dafür, wie schnell Bürokratie zur Gefahr wird, wenn Schutzversprechen nur auf dem Papier stehen.
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