ARMUTS-ALARM IM TESSIN – IMMER MEHR FAMILIEN AM FINANZIELLEN ABGRUND

Die Schweiz gilt als reiches Land – doch hinter der glänzenden Fassade wächst still und leise ein soziales Drama. Auch im Tessin melden Hilfsorganisationen einen deutlichen Anstieg von Menschen, die mit ihren Finanzen nicht mehr zurechtkommen. Längst sind es nicht mehr nur Randgruppen, die um Unterstützung bitten. Immer häufiger trifft es den einst sicheren Mittelstand: Angestellte, Alleinerziehende, Rentner und junge Familien. Die neuesten Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Ein erschreckend großer Teil der Bevölkerung lebt bereits in Armut oder steht kurz davor. Für viele wird das Leben Monat für Monat zu einem verzweifelten Überlebenskampf.

Die Caritas schlägt eindringlich Alarm. Experten warnen davor, dass sich die Lage in den kommenden Jahren noch weiter zuspitzen wird. Steigende Lebenshaltungskosten, hohe Mieten und wachsende Schulden treiben immer mehr Menschen in die Enge. In den Beratungsstellen des Tessins sitzen Menschen aller Altersgruppen, die nicht mehr wissen, wie sie Rechnungen, Krankenkassenprämien und alltägliche Ausgaben bezahlen sollen. Hinter jeder Tür verbirgt sich ein persönliches Schicksal: zerbrochene Existenzen, gescheiterte Träume, Familien, die sich schämen und oft jahrelang schweigen. Die Helfer versuchen zunächst, den Betroffenen zuzuhören und ihnen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein.

Besonders dramatisch ist, dass viele erst dann um Hilfe bitten, wenn es fast schon zu spät ist. Schuldenberge türmen sich über Jahre auf, Mahnungen flattern ins Haus, der Druck wird unerträglich. Aus Angst und Scham wird lange gezögert, bis der Gang zur Beratungsstelle unvermeidlich wird. Dann ist der Weg zurück in ein normales Leben umso schwieriger. Sozialarbeiter berichten von zunehmender Verzweiflung und Einsamkeit unter den Hilfesuchenden. Was hier geschieht, ist ein stilles, aber wachsendes Armutsproblem mitten in der wohlhabenden Schweiz – und ein Warnsignal, das Politik und Gesellschaft nicht länger ignorieren dürfen.


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