Die Attacke aus Berlin sollte Stärke zeigen, entlarvt aber vor allem eine gefährliche Realitätsverweigerung. Wenn aus der Politik der Vorwurf kommt, die Autoindustrie rede das Land schlecht und habe zu wenig auf Innovation gesetzt, klingt das wie ein Ablenkungsmanöver. Statt Verantwortung zu übernehmen, wird mit Durchhalteparolen gearbeitet. Reformen bräuchten Zeit, heißt es, doch draußen in den Werkshallen läuft diese Zeit davon. Die Branche, einst Stolz der Republik, fühlt sich von einer Regierung allein gelassen, die lieber beschwichtigt als handelt. Während Minister reden, verlieren Beschäftigte Vertrauen und Unternehmen Planungssicherheit.
Die Antwort der Auto-Chefin fiel entsprechend scharf aus und traf den wunden Punkt. Investiert werde sehr wohl, nur eben nicht mehr hier. Der Standort Deutschland sei nicht mehr wettbewerbsfähig, Entscheidungen würden vertagt oder ins Ausland verschoben. Versprechen zum Bürokratieabbau seien gebrochen worden, stattdessen habe sich der Regelwust weiter aufgebläht und lähme jede unternehmerische Bewegung. Die Wirtschaft zahle dafür einen hohen Preis, Wachstum versickere in Formularen, Genehmigungen und endlosen Verfahren. Was als Ordnung verkauft wird, wirkt in Wahrheit wie eine Investitionsbremse mit Ansage.
Besonders bitter ist der Blick auf die Energiepolitik, die den industriellen Alltag zusätzlich erschwert. Stromkosten gelten als erdrückend, das Laden moderner Fahrzeuge wird zum Luxusproblem, während andere Standorte längst günstiger produzieren. Die Folge ist ein schleichender Exodus von Know-how, Kapital und Zukunft. Die Autoindustrie hält der Politik den Spiegel vor und fordert Taten statt Worte. Doch solange Ankündigungen nicht in Entlastung münden, bleibt der Eindruck eines Landes, das seinen wichtigsten Wirtschaftsmotor durch Zögern, Bürokratie und politische Selbstzufriedenheit selbst abwürgt.
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