Homburg steht unter Schock. In einer Regionalbahn auf dem Weg in die saarländische Stadt wurde aus einer Routinekontrolle ein Albtraum, der zeigt, wie brüchig Sicherheit im öffentlichen Raum geworden ist. Kurz nach der Abfahrt aus dem rheinland-pfälzischen Landstuhl eskalierte eine Auseinandersetzung zwischen einem Zugbegleiter der Deutsche Bahn und einem Fahrgast. Was als nüchterne Prüfung von Fahrscheinen begann, endete in brutaler Gewalt, mitten im Waggon, vor den Augen entsetzter Reisender. Der Zug wurde zur Falle, die Schienen zum Schauplatz einer Eskalation, die niemand kommen sah.
Nach bisherigen Erkenntnissen wollte der Bahnmitarbeiter einen Mann ohne gültigen Fahrschein aus dem Zug verweisen. Sekunden später kippte die Situation. Der Fahrgast griff unvermittelt an, schlug und trat, bis der Zugbegleiter zusammenbrach. Panik breitete sich aus, Mitreisende schrien, andere handelten geistesgegenwärtig. Am Bahnhof von Homburg kämpften Helfer um das Leben des schwer verletzten Mannes, reanimierten ihn und überbrückten die bangen Minuten bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte. Die Fahrt endete nicht am Bahnsteig, sondern im Ausnahmezustand, der zeigt, wie schnell Zivilcourage zur letzten Bastion wird.
Der mutmaßliche Täter wurde kurz darauf festgenommen, Beamte der Polizei und der Bundespolizei übernahmen die Ermittlungen. Im Raum steht der Verdacht eines versuchten Tötungsdelikts, die Justiz muss nun klären, wie es zu dieser Enthemmung kommen konnte. Fragen bleiben offen, die Angst fährt mit. Für viele Pendler ist der Weg zur Arbeit längst kein sicherer Korridor mehr, sondern ein Risiko. Der Bahnhof von Landstuhl, der Zug, die Strecke – sie stehen sinnbildlich für einen Alltag, in dem Respekt und Sicherheit zunehmend auf der Strecke bleiben.
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