Berlin – Die Serie brutaler Gewalt im Herzen Berlins reißt nicht ab. Am späten Samstagabend sind in Berlin-Mitte erneut zwei Gruppen junger Männer mit Fäusten und Messern aufeinander losgegangen. Mitten auf einem belebten Platz, unweit des Alexanderplatzes, eskalierte ein Streit zu einer blutigen Auseinandersetzung. Mehrere Personen wurden verletzt, die Polizei musste mit einem Großaufgebot anrücken.
Es waren Szenen, die bei Passanten und Anwohnern für Angst und Entsetzen sorgten. Ersten Zeugenaussagen zufolge gerieten gegen 22:30 Uhr etwa acht Männer aus bislang ungeklärter Ursache in einen lautstarken Streit. Binnen weniger Augenblicke verlagerte sich die Konfrontation von Worten zu Taten. Mehrere Beteiligte zückten Messer und stachen aufeinander ein. Als die ersten Notrufe bei der Polizei eingingen, waren Schreie und panische Rufe zu hören.
Großeinsatz der Polizei und flüchtige Täter
Ein Großaufgebot von Polizei und Rettungskräften war schnell vor Ort. Die Beamten fanden mehrere Verletzte vor, die notärztlich versorgt und umgehend in umliegende Krankenhäuser gebracht werden mussten. Mindestens zwei Männer erlitten schwere Stichverletzungen, schweben aber nach aktuellen Informationen nicht in Lebensgefahr.
Vom Großteil der Angreifer fehlte bei Eintreffen der Einsatzkräfte bereits jede Spur. Die Täter waren in der Dunkelheit und dem Trubel der Innenstadt untergetaucht. Die Polizei sperrte den Tatort weiträumig ab, um Spuren zu sichern. Eine sofort eingeleitete Fahndung, bei der auch mehrere Mannschaftswagen zum Einsatz kamen, blieb in der Nacht zunächst ohne Erfolg. Eine Mordkommission des Landeskriminalamtes hat die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Totschlags und schweren Landfriedensbruchs übernommen.
Gewalt an Hotspots – ein ungelöstes Problem
Der Tatort in Mitte ist der Polizei als kriminalitätsbelasteter Ort bekannt. Immer wieder kommt es in diesem Bereich zu Rohheitsdelikten, Drogenhandel und gewalttätigen Auseinandersetzungen. Erst vor wenigen Wochen war es in der Nähe zu einer ähnlichen Tat gekommen.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) reagierte mit Besorgnis. „Diese Taten zeigen eine erschreckende Verrohung und eine Gewaltbereitschaft, die uns fassungslos macht“, so ein Sprecher. „Die Hemmschwelle, ein Messer zu ziehen und es einzusetzen, sinkt dramatisch.“ Die GdP erneuert ihre Forderung nach einer härteren Gangart gegen Gewalttäter und einer stärkeren Polizeipräsenz an den bekannten Brennpunkten der Stadt. Der Vorfall heizt die Debatte um die öffentliche Sicherheit in der Hauptstadt erneut an und hinterlässt bei vielen Berlinern ein Gefühl der Ohnmacht und Unsicherheit.
