Was als gewöhnlicher Notfall begann, entwickelte sich in der Nacht zu einem Albtraum für Ärzte, Pflegekräfte und Patienten. Im Toulouse geriet das renommierte Hôpital Rangueil schlagartig in einen Ausnahmezustand, als ein junger Mann mit starken Schmerzen eingeliefert wurde. Schon bei der Erstuntersuchung war klar, dass es sich nicht um einen alltäglichen medizinischen Zwischenfall handelte. Die Entscheidung zur sofortigen Operation fiel unter Zeitdruck, doch niemand ahnte, dass sich der OP-Saal wenig später in eine potenzielle Gefahrenzone verwandeln würde.
Während des Eingriffs schlug die Routine in blankes Entsetzen um. Mitten in der Operation wurde dem Team klar, dass sich im Körper des Patienten kein harmloser Fremdkörper befand, sondern ein Relikt aus den dunkelsten Kapiteln der europäischen Geschichte. Eine Granate, stummes Erbe des Ersten Weltkriegs, lag dort, wo sie niemals hätte sein dürfen. Die Klinik schlug Alarm, Sicherheitskräfte wurden verständigt, Bereiche geräumt und abgesperrt. Aus einem Krankenhaus wurde für Stunden ein Hochrisikobereich, in dem jede Bewegung und jede Entscheidung über Sicherheit oder Katastrophe hätte bestimmen können.
Erst nach dem Einsatz von Spezialisten kam die vorsichtige Entwarnung. Das Geschoss stellte keine akute Gefahr mehr dar, doch der Schock saß tief. Der Patient gestand später, den Gegenstand selbst eingeführt zu haben, ein Detail, das Kopfschütteln und Fassungslosigkeit gleichermaßen auslöste. Der Vorfall zeigt, wie dünn die Grenze zwischen medizinischem Alltag und Ausnahmezustand sein kann. In einem Land, das noch immer von den Hinterlassenschaften vergangener Kriege durchzogen ist, reichte ein einziger nächtlicher Notfall aus, um zu zeigen, wie nah Geschichte, Leichtsinn und Gefahr beieinanderliegen.
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