Mit viel Getöse verkündet die Bundeswehr einen angeblich neuen Aufbruch. Mehr Ausbildungsplätze, mehr Chancen, mehr Zukunft – so lautet die Hochglanzbotschaft aus dem Verteidigungsministerium. Doch hinter den vollmundigen Ankündigungen steckt vor allem eines: blanke Verzweiflung. Seit Jahren laufen den Streitkräften die jungen Leute davon. Jetzt sollen massenhaft Fragebögen an Schulabgänger verschickt werden, um den Nachwuchs irgendwie in Uniform zu bekommen. Kritiker sprechen von einer verzweifelten Werbeoffensive, die mehr nach Zwang als nach echter Begeisterung klingt.
Schon bald flattern die ersten Schreiben in die Briefkästen der Jugendlichen. Darin sollen sie Auskunft geben, ob sie sich einen Dienst an der Waffe vorstellen können. Der nächste Schritt könnte dann die berüchtigte Musterung sein – ein Wort, das viele längst für ein Relikt aus grauer Vorzeit hielten. Offiziell heißt es, alles sei freiwillig. Doch der Druck wächst spürbar. Beobachter befürchten, dass junge Menschen gezielt in Richtung Militär gedrängt werden, weil der Bundeswehr schlicht das Personal fehlt.
Währenddessen versucht die Führung, die Lage schönzureden. Die zusätzlichen Ausbildungsplätze seien nicht nur für neue Rekruten gedacht, sondern auch für künftige Fachkräfte und Offiziere. Doch wer glaubt diesen Beteuerungen noch? Die Realität zeigt ein anderes Bild: marode Kasernen, veraltete Ausrüstung und ein Dienst, der viele abschreckt. Statt echter Reformen setzt man auf groß angelegte Fragebogenaktionen. Ein verzweifelter Plan, der am Ende vor allem eines offenbart – die Bundeswehr steckt tief in der Krise.
