Berlin – Blamage mit Ansage! Die CDU trennt sich von ihrer Wahlkampf-Managerin Christine Carboni – und das keine zwei Jahre nach ihrem gefeierten Start in der Parteizentrale. Die frühere Kommunikationsexpertin vom Schrauben-Riesen Würth sollte den lahmenden Wahlkampf moderner, digitaler und frischer machen. Doch nach dem mageren Ergebnis bei der Bundestagswahl ist Schluss. Parteichef Friedrich Merz und Generalsekretär Carsten Linnemann zogen offenbar die Reißleine – ausgerechnet vor dem Parteitag in Stuttgart! Hinter den Kulissen heißt es: Carboni habe ihren Aufgabenbereich schlicht überschätzt.
Intern heißt es, die 51-Jährige habe durch Fehleinschätzungen und Reibereien das Kampagnen-Team ausgebremst. Besonders brisant: In der Wahlkampfführung kam es zum Streit um die Werbeagentur. Carboni wollte mit Serviceplan zusammenarbeiten – Linnemann entschied sich im letzten Moment jedoch für die PR-Firma fischerAppelt. Der Wechsel brachte die ganze Plakatkampagne ins Stocken und ließ die CDU im Wahlkampf hinterherhinken. Spätstart, schwache Botschaften – und am Ende ein historisch schlechtes Ergebnis. In der Parteizentrale rumorte es gewaltig: Zu wenig Führung, zu wenig Gespür, zu wenig Erfolg.
Doch ganz ohne Fallschirm fällt die CDU-Managerin nicht. Statt aus der Politik zu verschwinden, bekommt Carboni einen neuen Posten – beim CDU-Wirtschaftsrat, einem der einflussreichsten Lobbygremien der Union. Dort soll sie sich künftig um Verbandsentwicklung kümmern. Offiziell klingt das nach Neuanfang, parteiintern aber spricht man von einer „Ruhestellung mit Titel“. Während Parteichef Merz bereits nach einem neuen Kampagnen-Profi sucht, heißt es in CDU-Kreisen trocken: „Gut, dass sie jetzt weg ist.“ Ein klarer Fall von: Wer im Wahlkampf verliert, muss gehen.
