Berlin – Jetzt bebt die Parteizentrale: Der Chef der AfD räumt ein, dass in seinen Bürgerbüros die Ehefrau eines Landtagsabgeordneten beschäftigt ist. Kritik weist er zurück und betont, alles sei ordnungsgemäß. Recherchen eines Senders hatten zuvor die personellen Verbindungen öffentlich gemacht und damit eine Debatte über mögliche Vetternwirtschaft entfacht. Der Parteichef verteidigt die Mitarbeiterin und erklärt, sie kümmere sich schon lange um Bürgeranfragen und Besuchergruppen im Bundestag, während ihr Mann erst später ein Mandat übernommen habe.
Doch der Fall ist kein Einzelfall. In einem Bundesland waren zuvor mehrere Konstellationen bekannt geworden, bei denen Angehörige von Politikern in Büros anderer Abgeordneter untergekommen sein sollen. Kritiker sprechen von einem Netzwerk familiärer Abhängigkeiten, das aus öffentlichen Mitteln finanziert werde. Besonders brisant: Ein Vater eines Landespolitikers soll in einem Bundestagsbüro tätig sein und dort ein üppiges Gehalt beziehen. Auch ein Fraktionsmanager steht im Fokus, weil mehrere Verwandte für Parteikollegen arbeiten und eine Partnerin ihn laut eigenen Online-Beiträgen sogar auf Dienstreisen begleitet haben soll.
Die Partei weist alle Vorwürfe zurück und sieht darin keine Unregelmäßigkeiten. Ein Fraktionsgeschäftsführer argumentiert, es sei für die AfD besonders schwer, geeignetes Personal zu finden, da viele Bewerber wegen politischer Vorbehalte Abstand nähmen. Deshalb greife man auf vertraute Personen zurück. Dennoch bleibt der Eindruck eines heiklen Beigeschmacks, den selbst führende Köpfe der Partei bereits eingeräumt haben – und genau dieser Eindruck sorgt nun für neuen politischen Sprengstoff.
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