GENESUNG ODER SHOW – WIE TRUMPS NEUER SUCHT-PLAN AM STAATLICHEN CHAOS ZU SCHEITERN DROHT

Mit großem Pathos und schwerem politischem Gerät hat Donald Trump im Weißen Haus eine neue Initiative ausgerufen, die angeblich nichts weniger als die nationale Suchtepidemie heilen soll. Die sogenannte White House Great American Recovery Initiative wird als Wendepunkt verkauft, doch Kritiker sprechen von einem weiteren bürokratischen Kraftakt ohne Garantie auf echte Hilfe. Während Millionen Betroffene weiter durchs Raster fallen, verspricht Washington Koordination, Bewusstsein und Partnerschaften. Hinter den wohlklingenden Worten steht jedoch ein System, das seit Jahren an Überforderung, Zuständigkeitswirrwarr und politischer Symbolik leidet. Die Umdeutung von Sucht zur behandelbaren Krankheit klingt fortschrittlich, wirkt aber für viele wie ein spätes Eingeständnis staatlichen Versagens.

Geleitet wird das Projekt von Robert F. Kennedy Jr. gemeinsam mit der Genesungsberaterin Kathryn Burgum, ein Duo, das Hoffnung wecken soll, aber auch Skepsis auslöst. Denn die Initiative folgt auf eine Phase harter militärischer Aktionen gegen Drogenhändler, während im Inland die Versorgungslücken klaffen. Der abrupte Strategiewechsel von der Faust zur Umarmung wirkt widersprüchlich: Erst Bomben und Blockaden, nun Therapie und Aufklärung. Viele sehen darin keinen ganzheitlichen Plan, sondern ein politisches Pendel, das zwischen Härte und Mitgefühl ausschlägt, ohne die strukturellen Probleme zu lösen. Die Realität bleibt düster, denn ein Großteil der Abhängigen erkennt den eigenen Behandlungsbedarf nicht oder findet schlicht keinen Zugang zu Hilfe.

Besonders brisant ist der Anspruch, mit einem großen Regierungsrat die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Sucht einzudämmen. Arbeitsmarkt, Justiz, Bildung und Wohnungswesen sollen plötzlich an einem Strang ziehen, doch genau diese Verzahnung ist in der Vergangenheit regelmäßig gescheitert. Die Kosten der Untätigkeit sind enorm, doch auch die Kosten falscher Versprechen wiegen schwer. Familien zerbrechen, Gemeinden verarmen, Vertrauen in staatliche Lösungen erodiert. Trumps Initiative präsentiert sich als nationale Rettung, doch sie steht vor einem Berg aus Misstrauen, Personalmangel und politischem Kalkül. Ob hier tatsächlich Heilung entsteht oder nur ein weiteres Kapitel im endlosen Krisenmanagement geschrieben wird, bleibt offen – sicher ist nur, dass die Betroffenen sich keine weiteren leeren Versprechen leisten können.


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