HessenForst ist überfordert: Viele Forstbetriebspläne sind über 10 Jahre alt

Eine kleine Anfrage der AfD-Fraktion hat gezeigt, wie besorgniserregend es um die Betriebsplanung im Landesbetrieb HessenForst aktuell bestellt ist: 14 Prozent des Staatswaldes, 36 Prozent des Kommunalwaldes und 51,8 Prozent des Privatwaldes werden auf Basis über zehn Jahre alter Betriebspläne bewirtschaftet. Dazu Johannes Marxen, Abgeordneter der AfD-Fraktion:

„Das Planungsdefizit steht im Zusammenhang mit großflächigen Waldschäden, klimastabilem Waldumbau und damit verbunden den erhöhten Anforderungen an forstbetriebliche Planungen. Das Ausmaß des Rückstandes ist jedoch so groß, dass diese Faktoren als Erklärung alleine nicht ausreichen. Forstbetriebspläne sind rechtlich vorgeschrieben und garantieren letztlich die Nachhaltigkeit – sofern sie mit den örtlichen Tatsachen übereinstimmen. Aufgrund von Waldveränderungen sind Holzvorräte und damit auch Holzzuwächse nur noch in den Plänen, aber nicht mehr in der Realität existent. Die Revierförster vor Ort wissen längst, dass veraltete Forstbetriebspläne meistens das Papier nicht wert sind und arbeiten trotz steigender Vorgaben und Zuständigkeiten mit großem Engagement für unseren Wald.

Es ist vollkommen unverständlich, warum seit 2018 keine neuen Stellen in der Forsteinrichtung geschaffen worden sind. Das Landwirtschaftsministerium hat sich stattdessen zu Beginn der Legislatur eine neue Abteilung, einen zweiten Staatssekretär und ein aufgeblähtes Ministerialbüro genehmigt – insgesamt acht neue, zum Teil sehr gut bezahlte Stellen auf Führungsebene, doch keine dort, wo sie wirklich gebraucht wird.

Kommunale und private Waldbesitzer werden gleichzeitig mit immer höheren Beförsterungskosten zur Kasse gebeten und eine ertragsorientierte Waldbewirtschaftung scheint nebensächlich. Die Konsequenz ist der Austritt vieler Waldbesitzer aus der Beförsterung durch HessenForst – ein Armutszeugnis für unseren Landesforstbetrieb.“

AfD-Fraktion im Hessischen Landtag


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