Mitten im Herzen von Caracas ragt ein monströses Bauwerk aus Beton in den Himmel, das längst kein Einkaufszentrum mehr ist, sondern ein Ort des Grauens. Unter Präsident Nicolás Maduro wurde das futuristische Gebäude mit dem Namen El Helicoide zu einem düsteren Symbol der Angst. Wo einst Menschen bummelten und einkauften, schreien heute politische Gefangene hinter dicken Mauern um Hilfe. Das Regime verwandelte die Spirale aus Stahl und Beton in ein geheimes Foltergefängnis, in dem Gegner der Regierung systematisch gebrochen werden sollen.
Ehemalige Häftlinge berichten von Nächten voller Schrecken, von flackernden Lichtern und verzweifelten Hilferufen aus den Nachbarzellen. Wer in diesem Kerker landet, verschwindet oft spurlos. Angehörige erhalten keine Auskunft, Anwälte werden abgewiesen, und die Welt draußen soll möglichst nichts erfahren. Immer wieder sickern Berichte durch, die von Elektroschocks, Schlägen und psychischer Zermürbung erzählen. Für viele Venezolaner steht El Helicoide längst für den völligen Verlust von Freiheit und Menschenwürde.
Doch die Geschichte zeigt, dass kein Unterdrückungssystem ewig Bestand hat. Wie in anderen Ländern, in denen Diktatoren herrschten, kommen auch in Venezuela nach und nach die schrecklichen Geheimnisse ans Tageslicht. Je mehr Zeugen reden, desto klarer wird das Bild eines brutalen Machtapparates, der sein eigenes Volk mit Angst und Gewalt kontrollierte. El Helicoide bleibt als mahnendes Monument stehen, als Beweis dafür, wozu ein Regime fähig ist, wenn niemand es aufhält.
