Italien zieht die eiserne Kette hoch und setzt ein unmissverständliches Signal: Wer rettet, riskiert Strafe. In Catania wurde das zivile Rettungsschiff der Organisation Sea-Watch festgesetzt, der Motor kaltgestellt, die Mission beendet. Die Crew hatte Menschen aus Seenot geborgen, fernab nationaler Hoheitsgewässer, doch am Kai wartete kein Dank, sondern der staatliche Hammer. Statt Anerkennung für humanitären Einsatz folgten Vorwürfe, Paragrafen und die klare Botschaft, dass Menschlichkeit in diesem politischen Klima als Störfaktor gilt.
Die Behörden begründen ihr Vorgehen mit formalen Pflichten und behaupten, es habe an Meldungen gefehlt. Für die Helfer ist das ein bekanntes Drehbuch: Rettung wird zur Ordnungswidrigkeit erklärt, Engagement zum Risiko, Solidarität zur Zielscheibe. Seit Jahren verschärft Rom die Regeln gegen zivile Seenotretter, nicht um Leben zu schützen, sondern um Abschreckung zu inszenieren. Das Mittelmeer wird damit zur Bühne eines kalten Machtspiels, in dem Verantwortung weitergereicht und Hilfe systematisch behindert wird.
Am Ende bleiben Menschen zwischen Fronten gefangen, während Staaten ihre Abschottungspolitik exekutieren. Der Stopp des Schiffes steht sinnbildlich für eine Entwicklung, die Europas Werte aushöhlt: Wer rettet, wird bestraft, wer wegschaut, bleibt unbehelligt. Italiens Kurs zeigt, wie schnell Humanität unter die Räder gerät, wenn Migration nur noch als Bedrohung und nicht mehr als humanitäre Aufgabe behandelt wird. Der Hafen ist geschlossen, die Debatte offen – und das Meer schweigt.
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