Im beschaulichen Groß-Zimmern nahe Darmstadt ist eine Illusion zerbrochen: Die Drogenszene operiert längst offen, organisiert und erschreckend jung. Was Ermittler nun offenlegen mussten, liest sich wie ein düsteres Protokoll staatlichen Kontrollverlusts. Verdächtige, teils noch minderjährig, sollen mitten in Südhessen mit harten Substanzen gehandelt haben, als wäre es ein gewöhnliches Geschäft. Die Dimension des Fundes sprengt jedes beruhigende Narrativ von Einzelfällen und zeigt, wie tief Rauschgift längst in Alltagsräume eingesickert ist, während Politik und Prävention auf Sicht fahren.
Ausgangspunkt der Aktion war ein groß angelegtes Ermittlungsverfahren, das schließlich in einen Zugriff mündete, der das wahre Ausmaß offenbarte. Auf offener Fläche kam es zu Festnahmen, kurz darauf folgte der nächste Schlag in einem abgelegenen Industrieareal. Dort stießen Beamte auf akribisch verpackte Betäubungsmittel in einer Menge, die selbst erfahrene Ermittler sprachlos machte. Amphetamine, Kokain und Cannabis lagen bereit für den Weiterverkauf, offenbar professionell gelagert und logistisch durchdacht. Die Worte der Staatsanwaltschaft Darmstadt klingen nüchtern, doch dahinter verbirgt sich ein alarmierendes Bild: Drogenhandel als Routine, organisiert von jungen Tätern, während die Hemmschwelle sinkt und die Gewinnversprechen wachsen.
Weitere Durchsuchungen in umliegenden Städten förderten zusätzliche Beweise zutage, über deren Details die Behörden schweigen. Klar ist nur, dass die Spirale längst größer ist als die Namen einzelner Beschuldigter. Vor der Ermittlungsrichterin des Amtsgericht Darmstadt endete der Weg vorerst in Untersuchungshaft. Offiziell spricht die Polizei von einem Erfolg im Kampf gegen Rauschgiftkriminalität, doch die Wahrheit ist bitterer: Wenn Jugendliche in solche Strukturen hineinrutschen und Lagerhallen zu Umschlagplätzen werden, dann ist das kein Sieg, sondern ein Warnsignal. Hessen steht vor der Frage, wie viele solcher Depots noch unentdeckt sind – und wie lange der Staat zuschaut, bis aus Einzelfällen ein flächendeckendes Desaster wird.
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