Die eisige Winterkälte fordert in der norditalienischen Metropole erneut ein Menschenleben. Am frühen Morgen machten Passanten in einer düsteren Eisenbahnunterführung eine schreckliche Entdeckung: Ein lebloser Mann lag zusammengekauert auf dem kalten Beton. Für ihn kam jede Hilfe zu spät. Der Obdachlose, der auf etwa vierzig Jahre geschätzt wird, hatte dort offenbar die Nacht verbracht und den Minusgraden schutzlos ausgeliefert nicht überlebt. Rettungskräfte konnten nur noch seinen Tod feststellen.
In Mailand wächst damit die Angst vor einer stillen Tragödie auf den Straßen. Bereits mehrfach mussten Helfer in diesem Winter erleben, wie Menschen ohne Dach über dem Kopf der bitteren Kälte zum Opfer fallen. Hilfsorganisationen schlagen Alarm und sprechen von einer humanitären Notlage mitten in einer wohlhabenden Großstadt. Viele Obdachlose finden keinen Platz in Notunterkünften oder scheuen sich, diese aufzusuchen. Sie bleiben draußen, eingehüllt in Decken und Kartons, und kämpfen Nacht für Nacht ums Überleben.
Die Stimmung in der Stadt ist gedrückt. Anwohner und Sozialarbeiter fragen sich, wie es so weit kommen konnte. Während Mailand als glänzende Modemetropole gilt, spielt sich im Schatten der prachtvollen Fassaden ein Drama ab, das kaum jemand sehen will. Politiker versprechen immer wieder schnelle Hilfe, doch für manche kommt sie zu spät. Der erneute Kältetod zeigt brutal, wie verletzlich Menschen ohne Zuhause sind – und wie gnadenlos der Winter sein kann.
