Berlin zittert – vor Kälte und vor Fassungslosigkeit. Drei Kältebusse der Berliner Stadtmission, Symbole der Nächstenliebe, sind binnen kurzer Zeit völlig ausgebrannt. Diese Fahrzeuge waren Hoffnung auf Rädern: Sie retteten Nacht für Nacht Menschen vor dem Erfrieren und brachten Hunderte in Sicherheit. Jetzt sind sie nur noch verkohlte Wracks auf einem Parkplatz in Moabit. Der Schock ist groß – nicht nur bei den Helfern, sondern in ganz Deutschland. Und das Unfassbare: Der mutmaßliche Brandstifter soll selbst obdachlos sein. Ausgerechnet jemand, dem diese Busse helfen sollten, soll sie in Flammen gesetzt haben.
Tatort Berlin-Moabit. Kurz nach Weihnachten brannte der erste der drei Fahrzeuge – ein voll ausgerüsteter VW-Crafter, einst von der Deutschen Bahn gestiftet. Wenig später griff das Feuer auf den zweiten über, dann auf den dritten. Binnen Minuten war alles verloren: medizinisches Material, Kleidung, Schlafsäcke, und mit ihnen das Vertrauen vieler Ehrenamtlicher. Zeugen sprachen von einer verdächtigen Gestalt am Tatort, die wenig später verschwand. Nun ermittelt die Polizei – doch das Entsetzen sitzt tiefer als jede Spurensicherung. Denn wer Kältebusse anzündet, zündet ein Stück Menschlichkeit an in einer Stadt, die ohnehin täglich gegen Kälte und Gleichgültigkeit kämpft.
Während Feuerwehr und Polizei die Reste der Busse untersuchten, begann im Netz eine Welle der Solidarität. Berlinerinnen und Berliner spenden Geld, Kleidung, Fahrzeuge – mit Wut im Bauch und Tränen in den Augen. Wieder soll die Stadtmission nicht allein gelassen werden. Doch der Vorfall wirft eine bittere Frage auf: Wie krank ist eine Gesellschaft, in der selbst Hilfsangebote brennen? Die Ehrenamtlichen stehen vor dem Nichts, aber sie geben nicht auf. Berlin hat in dieser Nacht mehr verloren als nur drei Fahrzeuge – es hat ein Stück Mitgefühl eingebüßt.
