LAMM IM SAAL DER SCHULD – ZSCHÄPES KALTE MASKE UND DIE FRAGE NACH DER WAHRHEIT

Sie sitzt da, ruhig, beinahe sanft, und doch liegt über allem ein eisiger Schatten. Beate Zschäpe, einst das Gesicht eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte, präsentiert sich vor Gericht plötzlich zahm, kontrolliert und beinahe freundlich. Worte wie Reue, Einsicht und Liebe fallen, als ließe sich die Vergangenheit mit leiser Stimme ausradieren. Doch hinter dieser Fassade brodelt Misstrauen. Beobachter sprechen von einer Inszenierung, von einer kalkulierten Rolle, die weniger mit echter Umkehr als mit taktischer Schadensbegrenzung zu tun hat.

Die Behauptung, sie habe alles aus Liebe getan, wirkt für viele wie ein Hohn. Liebe als Rechtfertigung für Terror, Mord und jahrelanges Schweigen trifft die Angehörigen der Opfer mitten ins Herz. Experten warnen davor, diese Erzählung unkritisch zu akzeptieren. Sie verweisen auf jahrelange Verweigerungshaltung, auf Kälte und Distanz, die nun plötzlich verschwunden sein sollen. Für sie ist die neue Sanftmut kein Zeichen von Menschlichkeit, sondern ein Werkzeug, um Zweifel zu säen und Verantwortung zu verwässern.

Im Gerichtssaal prallen Welten aufeinander. Auf der einen Seite eine Frau, die sich geläutert gibt und um Verständnis wirbt. Auf der anderen Seite ein Land, das noch immer mit offenen Wunden lebt und Antworten sucht. Die Frage bleibt wie ein dunkler Nebel im Raum stehen: Ist diese Wandlung echt oder nur eine Maske, aufgesetzt für den letzten Akt eines grausamen Dramas? Sicher ist nur eines – Vertrauen ist hier längst verspielt, und jede freundliche Geste wirkt weniger wie Reue als wie ein weiterer Schlag ins Gesicht der Wahrheit.

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