Berlin – Es ist ein vernichtendes Urteil über das deutsche Bildungssystem, das Susanne Lettner von der Initiative „MINT Zukunft schaffen!“ jetzt fällt: Statt Kinder zu fördern, wie es nötig wäre, zementiert die Schule überholte Rollenbilder – und lässt damit ganze Generationen im Stich. Vor allem Mädchen würden in eine passive Rolle gedrängt. „Wir erziehen sie zu Prinzessinnen, nicht zu Pionierinnen“, warnt Lettner. Die Konsequenzen könnten verheerend sein.
Besonders dramatisch ist der Absturz in den sogenannten MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Immer mehr Schüler verlieren hier den Anschluss, nicht wegen fehlender Begabung, sondern weil es an Förderung, Motivation und Vorbildern fehlt. Wer Interesse zeigt, wird nicht gefördert, sondern oft durch schlechte Lehrpläne und überforderte Pädagogen ausgebremst. Talente verkümmern, Zukunftschancen gehen verloren – ausgerechnet in den Fächern, die für den technologischen Fortschritt so entscheidend sind.
Lettner warnt: Wenn Deutschland jetzt nicht entschlossen gegensteuert, steht nicht weniger als unser wirtschaftlicher Wohlstand auf dem Spiel. Die Republik verliere systematisch die klügsten Köpfe, noch bevor sie ihre Stärken entfalten können. Statt Innovation und Aufbruch herrschen Rückschritt und Resignation. Der Bildungsnotstand in Deutschland sei längst Realität – und werde zur tickenden Zeitbombe für die gesamte Gesellschaft.
