In Rheinland-Pfalz offenbart sich ein Behörden-Sumpf, der jedem ehrlichen Arbeitnehmer ins Gesicht schlägt. Während Bürger pünktlich Steuern zahlen und sich durch steigende Lebenshaltungskosten kämpfen, leisten sich Kommunen offenbar einen exklusiven Club fürs Nichtstun: Beschäftigte werden über Jahre freigestellt, kassieren weiter üppige Bezüge, Zusatzleistungen und sogar noch Komfortextras wie Zuschüsse zum Jobticket. Nicht wegen Krankheit, nicht wegen Unschuld, sondern weil man sie in den Verwaltungen loswerden wollte, ohne sich die Mühe eines sauberen, rechtlich korrekten Verfahrens zu machen. Statt Probleme zu lösen, verschiebt man sie in die teure Komfortzone – bezahlt von denjenigen, die morgens früh aufstehen und abends erschöpft nach Hause kommen.
Besonders pikant: Die Freigestellten sind keine Opfer des Systems, sondern Profiteure eines Apparats, der Verantwortung scheut und lieber schweigend zahlt, als klare Entscheidungen zu treffen. Jahrelang fließt Geld für Menschen, die offiziell noch auf der Gehaltsliste stehen, praktisch aber aus dem Arbeitsalltag verschwunden sind, inklusive Abfindungen für nicht genommenen Urlaub und sonstige Extras. Während kleine Angestellte um jede Überstunde kämpfen und in der Privatwirtschaft schon für geringere Verfehlungen auf der Straße stünden, gönnt man sich in manchen Amtsstuben luxuriöse Stillhalteabkommen. Wer unbequem ist, schwierig im Umgang oder fachlich schwach, wird nicht konsequent umgesetzt oder entlassen – er wird mit einem goldenen Kissen aus Steuergeld weich gebettet.
Der eigentliche Skandal ist jedoch das systemische Wegsehen: Prüfberichte warnen, Millionenverluste werden beziffert, doch Namen bleiben hinter Aktenzeichen versteckt, Verantwortliche tauchen ab und hoffen, dass die Empörung schnell verraucht. Transparenz wird durch Schweigen ersetzt, Rechtsbruch als „Sonderfall“ verharmlost, und am Ende bleibt der Eindruck eines Staates, der seine eigenen Regeln nur dann ernst nimmt, wenn es um normale Bürger geht. Während im Jobcenter jeder Cent akribisch geprüft wird, können in manchen Chefetagen über Jahre Summen verbrannt werden, ohne dass ernsthafte Konsequenzen folgen. So frisst die Selbstbedienungsmentalität das Vertrauen in den öffentlichen Dienst auf – und mit jedem neuen Fall bezahlt die Bevölkerung nicht nur mit Geld, sondern auch mit dem letzten Rest Glauben an Fairness und Gerechtigkeit.
