Rostock – Ein Natur-Drama von gewaltigem Ausmaß erschüttert den Norden! Wochenlang haben gnadenlose Ostwinde die Ostsee ausgezehrt, Wasser um Wasser hinausgedrückt, bis das Binnenmeer so leer war wie noch nie zuvor. Küsten, die sonst vom Wasser umspült werden, liegen plötzlich trocken, Häfen wirken gespenstisch verlassen. Seit Beginn der Aufzeichnungen ist der Wasserstand auf einen historischen Tiefpunkt gefallen. Selbst an entfernten Messstellen zeigte sich das Ausmaß dieses Natur-Schocks. Das Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde spricht von einer extremen Ausnahmelage, ausgelöst durch hartnäckige Winde, die das Wasser durch die Meerengen Richtung Nordsee pressten und der Ostsee einen dramatischen Aderlass bescherten.
Doch mitten im Tiefstand keimt überraschend Hoffnung. Die Fachleute sehen eine seltene Ausgangslage, die der Ostsee helfen könnte, sich zu regenerieren. Sinkt der Wasserstand stark ab, öffnen sich die Tore für mächtige Salzwasserschübe aus der Nordsee. Genau darauf warten die Forscher seit Jahren. Michael Naumann, Koordinator eines Langzeitprogramms am IOW, spricht von außergewöhnlich günstigen Bedingungen. Die Wahrscheinlichkeit für einen kräftigen Zustrom sei aktuell außergewöhnlich hoch. Ein solches Ereignis gilt als Lebenselixier für das angeschlagene Meer, denn ohne frisches Salzwasser drohen den Tiefen der Ostsee Stillstand und Sauerstoffmangel.
Kommt es tatsächlich zum ersehnten Einstrom, könnte die Ostsee gleich doppelt profitieren. Kaltes, salzreiches Wasser transportiert besonders viel Sauerstoff in die dunklen Tiefen und könnte den angeschlagenen Meeresboden wiederbeleben. Volker Mohrholz, Experte für physikalische Ozeanographie, hofft auf eine Trendwende. Ein starker Zufluss könnte nicht nur die Sauerstoffkrise lindern, sondern auch die ungewöhnlich warmen Tiefenwässer abkühlen, die das Ökosystem seit langer Zeit belasten. Als empfindliches Binnenmeer ist die Ostsee auf diese seltenen Natur-Impulse angewiesen. Jetzt blickt der Norden gespannt auf Wind und Wasser – und wartet auf die Rettung aus der Nordsee.
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