Córdoba – Auf einem unscheinbaren Gleisabschnitt in der Provinz Córdoba stehen Ermittler fassungslos vor den Trümmern einer der schlimmsten Katastrophen der jüngeren spanischen Bahngeschichte. Beamte der Guardia Civil markieren das offenbar gebrochene Schienenstück mit gelben Tafeln, sichern jedes noch so kleine Detail und versuchen verzweifelt zu verstehen, wie es zu diesem verheerenden Drama kommen konnte. Der Zusammenstoß zweier Züge hat ein Bild der Verwüstung hinterlassen, das selbst erfahrene Rettungskräfte erschüttert. Überall liegen verbogene Metallteile, persönliche Gegenstände und Spuren eines gewaltigen Aufpralls, der zahlreiche Menschenleben forderte.
Besonders rätselhaft: Der betroffene Hochgeschwindigkeitszug galt als nahezu neu, war erst vor kurzer Zeit gründlich überprüft worden und befand sich technisch in einwandfreiem Zustand. Auch die Strecke war modernisiert und als sicher eingestuft. Verkehrsminister Óscar Puente sprach von einem „extrem ungewöhnlichen Unfall“ und gab offen zu, dass bislang niemand eine schlüssige Erklärung habe. Auf nahezu gerader Strecke entgleisten plötzlich mehrere Waggons, gerieten auf das Nachbargleis und rammten dort einen entgegenkommenden Zug mit voller Wucht. Augenzeugen berichten von einem ohrenbetäubenden Knall, gefolgt von Chaos, Schreien und panischen Versuchen, Verletzten zu helfen.
Der Präsident der Regionalregierung von Andalusien schilderte das Ausmaß der Tragödie mit erschütternden Worten. Durch die enorme Gewalt des Aufpralls seien Opfer über weite Entfernungen geschleudert worden, Rettungskräfte hätten ein Bild des Grauens vorgefunden. Familien bangen noch immer um Angehörige, während ganz Spanien fassungslos fragt: Wie konnte auf einer eigentlich sicheren Strecke ein solches Inferno entstehen? War es menschliches Versagen, ein technischer Defekt oder ein bislang unentdeckter Fehler im Schienennetz? Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren – doch die quälende Ungewissheit bleibt.
