Ab dem Sommer soll plötzlich alles anders werden: Für Smartphones, Waschmaschinen und viele andere Elektrogeräte gilt dann ein sogenanntes Recht auf Reparatur. Was auf den ersten Blick wie eine freundliche Hilfe für geplagte Kunden klingt, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als gewaltige Belastung für Hersteller und Händler. Eine neue EU-Richtlinie zwingt die Unternehmen, defekte Geräte länger reparierbar zu halten, Ersatzteile bereitzustellen und komplizierte Vorgaben einzuhalten. Kritiker warnen bereits jetzt vor steigenden Preisen, mehr Bürokratie und einem massiven Eingriff in den freien Markt.
Offiziell wird das Vorhaben als großer Schritt für Umwelt und Verbraucher verkauft. Weniger Elektroschrott, längere Nutzungsdauer und angeblich bessere Rechte für Käufer – so lautet das Versprechen aus Brüssel. Doch viele Experten schlagen Alarm: Die neuen Vorschriften könnten genau das Gegenteil bewirken. Wenn Hersteller gezwungen werden, alte Modelle jahrelang zu unterstützen, steigen die Produktionskosten dramatisch. Diese Kosten werden am Ende auf die Kunden abgewälzt. Ausgerechnet jene Bürger, die man schützen wollte, müssen dann tiefer in die Tasche greifen.
Auch der praktische Nutzen wird angezweifelt. Schon heute lohnt sich eine Reparatur bei vielen Geräten kaum, weil Arbeitsaufwand und Ersatzteile teuer sind. Daran wird auch ein neues Gesetz nichts ändern. Statt moderner und günstiger Produkte droht ein starres System voller Vorschriften und Pflichten. Während die EU sich als Retter der Umwelt feiert, fragen sich immer mehr Menschen, ob hier nicht wieder einmal über ihre Köpfe hinweg entschieden wurde. Der Reparatur-Zwang könnte sich als teurer Irrweg entpuppen – mit Folgen für Wirtschaft und Verbraucher.
