Ein dreister Raub erschüttert Gelsenkirchen und wirft ein grelles Licht auf schwere Versäumnisse. Nach dem spektakulären Einbruch in eine Sparkassen-Filiale im Stadtteil Buer verdichtet sich der schlimme Verdacht: Einsatzkräfte sollen nach einem Brandalarm nicht gründlich genug kontrolliert haben. Die Täter nutzten offenbar eine Tiefgarage als Zugang, arbeiteten sich bis in den Tresorbereich vor und blieben unentdeckt. Interne Hinweise legen nahe, dass ein rechtzeitiges Eingreifen den Coup hätte stoppen können. Die Behörden sprechen von laufenden Ermittlungen zu den Abläufen des Einsatzes.
Erst ein späterer Alarm machte das Ausmaß des Schadens sichtbar, da waren die Täter längst verschwunden. Spuren führten ins Leere, manipulierte Kennzeichen landeten im Müll, die Flucht war perfekt vorbereitet. Rätselhaft bleibt zudem, warum die Alarmanlage trotz massiver Bohrarbeiten schwieg. Noch brisanter: Der Zugang zu einem sensiblen Raum innerhalb der Bank weist keinerlei Aufbruchsspuren auf. Der Verdacht auf Hilfe von innen liegt in der Luft und sorgt für Unruhe bei Kunden und Mitarbeitern.
Nun jagt eine Sonderkommission die Bande mit Hochdruck. Ermittler werten digitale Spuren aus, prüfen Bewegungsdaten aus der Umgebung und durchsuchten bereits Büroräume der Sparkasse. Gesucht werden Datenträger, Aufzeichnungen und relevante Unterlagen. Das Geldinstitut betont seine Kooperation, verweist aber auf den Aufwand bei der Zusammenstellung sensibler Daten. Klar ist: Die Täter kannten die Schwachstellen, wussten um Werte und Abläufe. Die Stadt fragt sich, wie es so weit kommen konnte – und wer alles davon wusste.
