Wien steht vor einem bildungspolitischen Paukenschlag, der Eltern und Lehrer gleichermaßen aufschreckt. Das Parlament hat eine verpflichtende Sommerschule für Kinder mit mangelhaften Deutschkenntnissen beschlossen und den Zwang massiv ausgeweitet. Wer in einer Deutschförderklasse landet, muss künftig auch in den Ferien die Schulbank drücken. Der Sommer wird zur Pflichtveranstaltung, Freizeit zur Nebensache, der Druck auf Familien wächst. Wer sich verweigert, dem drohen empfindliche Strafen – ein hartes Signal des Staates an ohnehin überforderte Haushalte.
Mit der Ausweitung explodiert der organisatorische Aufwand. Schon jetzt ächzt das System unter Personalmangel, fehlenden Räumen und einer Logistik am Limit. Künftig sollen noch mehr Standorte geöffnet, noch mehr Klassen gebildet und noch mehr Lehrkräfte rekrutiert werden. Neben Pädagogen für Deutsch als Fremd- oder Zweitsprache sollen auch Pensionäre einspringen. Bildungsminister Christoph Wiederkehr setzt sogar auf Zwangsdienste und schließt nicht aus, Lehrer direkt zum Einsatz zu verpflichten. In den Schulen macht sich Wut breit, viele sprechen von einem Notbetrieb mit Ansage.
Die Lehrergewerkschaft schlägt Alarm und spricht von einem Symptom, nicht von einer Lösung. Statt den Sommer zu militarisieren, brauche es echte Sprachförderung während des Schuljahres, mehr Zeit, mehr Personal und mehr Unterstützung im Alltag. Der Hintergrund ist brisant: Immer mehr Schulanfänger verstehen den Unterricht kaum noch, Deutsch wird für viele zur Hürde statt zur Brücke. Wien rutscht tiefer in eine Bildungskrise, die jetzt mit Zwangsmaßnahmen kaschiert werden soll – und deren Folgen die Kinder tragen müssen.
Bitte Folgen Sie dem Telegram-Kanal: t.me/pressecop24
