Eine nächtliche Überfahrt wird zum Albtraum: Vor der Küste der griechischen Insel Chios endet der Versuch, Europa zu erreichen, in einer Tragödie. Ein Schnellboot mit Migranten gerät auf Kollisionskurs mit einem Patrouillenboot der Griechische Küstenwache, Menschen stürzen ins dunkle Wasser, Schreie zerreißen die Stille der Ägäis. Am Ende bleiben Tote zurück, Männer und Frauen, dazu verletzte Kinder, während Retter verzweifelt nach Überlebenden suchen. Was als Hoffnung begann, endet im Chaos, ausgelöst durch eine riskante Fahrt aus der Türkei und eine unklare Abfolge von Manövern, die binnen Augenblicken alles zerstören.
Augenzeugen berichten von dramatischen Szenen, als das Flüchtlingsboot aufgefordert wurde, den Kurs zu ändern und es kurz darauf zur Kollision kam. Mehrere Menschen gingen über Bord, Rettungskräfte eilten heran, Hubschrauber kreisten über der Unfallstelle, während die Küste zum improvisierten Krisenzentrum wurde. Im Krankenhaus von Chios arbeiteten Ärzte am Limit, Operationen wurden vorbereitet, Verletzte eingeliefert, darunter eine schwangere Frau und Kinder mit schweren Blessuren. Der Bürgermeister sprach von einem Ausnahmezustand, von Minuten, die über Leben und Tod entscheiden, und von einer Stadt, die zusammenrückt, um das Unfassbare zu bewältigen.
Das Unglück wirft ein grelles Licht auf eine Route, die immer wieder zur Todesfalle wird. Schleuser schicken Boote über die östliche Ägäis, getrieben von Verzweiflung und falschen Versprechen, während die Risiken eskalieren. Nach Angaben des UNHCR erreichen seit Jahresbeginn zahlreiche Migranten die griechischen Inseln, viele um den Preis extremer Gefahr. Die Katastrophe vor Chios reiht sich ein in eine Serie tödlicher Vorfälle, die Europa seit Jahren erschüttern und doch nicht stoppen. Zurück bleiben Trauer, offene Fragen und die bittere Erkenntnis, dass die Ägäis für viele kein Tor zur Hoffnung, sondern ein Grab geworden ist.
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