Crans-Montana steht still, die Trauer ist allgegenwärtig. Nach der tödlichen Brandnacht greift die Justiz nun hart durch. Der Chef der Unglücksbar „Le Constellation“ sitzt in Untersuchungshaft. Die Entscheidung kam nach stundenlanger Vernehmung und sorgt im Nobel-Skiort für Aufruhr. Viele fragen sich: Warum erst jetzt? Angehörige der Opfer sprechen von einem längst überfälligen Schritt und werfen den Behörden Zögern vor, während die Wut in der Bevölkerung wächst.
Die Staatsanwaltschaft begründet den Haftbefehl mit Fluchtgefahr. Noch vor wenigen Tagen hatten Ermittler Zurückhaltung signalisiert, jetzt der radikale Kurswechsel. Für viele wirkt das wie ein Eingeständnis, dass der Druck zu groß geworden ist. Hinter den Kulissen brodelt es. Juristen, Politiker und Bürger diskutieren hitzig über Verantwortung, Versäumnisse und mögliche Vertuschung. Die Geduld der Öffentlichkeit ist aufgebraucht.
Die Brandkatastrophe gilt als eines der dunkelsten Kapitel der jüngeren Schweizer Geschichte. In der Silvesternacht verwandelte sich ausgelassene Feierlaune in blankes Entsetzen. Rauch, Panik, Schreie. Im Keller brach das Feuer aus, der Fluchtweg wurde zur Falle. Was als glamouröser Jahreswechsel begann, endete in Tod und Verzweiflung. Die Schweiz trauert – und verlangt schonungslos Aufklärung.
