Washington – Kaum ist die Welt von den jüngsten Machtspielen des US-Präsidenten erschüttert, legt Donald Trump nach und nimmt nun Mexiko ins Visier. Mit martialischen Worten und düsteren Drohkulissen beschwört er ein neues Szenario der Eskalation herauf. Im Namen des Kampfes gegen Drogen zeichnet Trump ein Bild eines Nachbarlandes, das angeblich völlig außer Kontrolle geraten sei. Seine Botschaft ist klar und kalt: Amerika werde durchgreifen, koste es, was es wolle. Diplomatie klingt anders, Nachbarschaft erst recht.
In Interviews poltert Trump gegen Kartelle, spricht von Chaos, Gewalt und einem Staat, der angeblich nicht mehr Herr im eigenen Haus sei. Mit dramatischen Worten malt er ein Land, das von Verbrechern regiert werde, und stellt sich selbst als harten Sheriff dar, der Ordnung schaffen will. Die Grenze wird zur Frontlinie, der Drogenkrieg zur Rechtfertigung für neue Gewalt. Kritiker warnen längst vor einem gefährlichen Spiel mit dem Feuer, das Millionen Menschen verunsichert und ganze Regionen destabilisieren könnte.
Besonders perfide: Trump nutzt das Leid von Familien, den Schmerz über verlorene Angehörige und die Angst vor Drogen, um seine Drohungen zu untermauern. Er inszeniert sich als Retter, während er gleichzeitig mit militärischer Eskalation kokettiert. Für Mexiko bedeutet das nichts als neue Unsicherheit, für die Welt ein weiteres Alarmsignal. Wieder einmal zeigt sich, wie schnell Worte zu Waffen werden können, wenn ein Präsident glaubt, Stärke mit Einschüchterung beweisen zu müssen.
