Der Sozialstaat in Deutschland steht am Pranger: Zwischen gefühlter Ungerechtigkeit, explodierenden Kosten und wachsender Wut an der Basis wirkt das Land wie ein System, das seine eigenen Versprechen verrät. Familien rackern sich ab, während ihnen eingeredet wird, sie lebten im Schutz eines großartigen Sicherheitsnetzes, das in Wahrheit immer löchriger wird. Junge Menschen erleben, wie ihre Zukunft mit warmen Worten beschworen, aber mit kalter Politik verspielt wird. Wer arbeitet, fühlt sich ausgenommen, wer einzahlt, zweifelt, ob er später selbst noch etwas zurückbekommt. Aus dem einst gefeierten Modell der sozialen Gerechtigkeit ist ein schwerfälliger Apparat geworden, der mehr Misstrauen als Dankbarkeit erzeugt.
Hinter den Kulissen fressen steigende Ausgaben für Rente, Gesundheit, Pflege und Bürgergeld immer größere Teile des Staatshaushalts, während die Politik versucht, die wahren Dimensionen zu verschleiern. Arbeitgeber, Mittelstand und Leistungsträger stöhnen unter Abgaben, die ihnen den Atem rauben, und fragen sich, warum sich Anstrengung kaum noch lohnt. Gleichzeitig sehen viele Bürger, dass Bürokratie und Sonderregeln bestimmte Gruppen bevorzugen, während andere durch jedes Raster fallen. Beamte, gut abgesichert und unantastbar, stehen einem Heer von Beschäftigten gegenüber, die trotz Arbeit kaum über die Runden kommen. So entsteht der fatale Eindruck eines Staates, der oben großzügig verteilt und unten mit erhobenem Zeigefinger kontrolliert.
Besonders bitter ist, dass der Sozialstaat immer häufiger Ungleichheit zementiert, statt Chancen zu eröffnen. Kinder aus armen Familien bleiben oft arm, Menschen mit Migrationshintergrund verharren in Parallelwelten, weil Leistungen fließen, aber kaum echte Integration eingefordert und gefördert wird. Wer sich an Regeln hält, erlebt, wie andere das System ausnutzen und dafür noch Verständnis eingefordert wird. Während Studien zeigen, dass viele Bürger grundsätzlich hinter dem Sozialstaat stehen, wächst gleichzeitig das Gefühl, ausgenutzt zu werden, wenn Leistung sich nicht sichtbar auszahlt. So wird aus dem Versprechen von Solidarität ein Klima des Neids, der Resignation und der leisen Wut – ein Land, das sich fragt, ob dieses System noch gerecht ist, aber keinen Mut findet, es radikal zu erneuern.
