Mitten im immer härter werdenden Handelsstreit zwischen Europa und den USA meldet sich nun Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni zu Wort – und schlägt Alarm. Die neuen Strafzölle aus Washington nennt sie offen einen schweren Fehler. Statt Drohungen und wirtschaftlicher Muskelspiele brauche es endlich wieder Vernunft und Gespräche, mahnt die Ministerpräsidentin. Der Ton zwischen Brüssel und Washington werde immer schärfer, das Misstrauen wachse täglich. Für Meloni steht fest: Dieser gefährliche Kurs kann nur in einer Sackgasse enden, wenn beide Seiten nicht sofort die Reißleine ziehen.
Die italienische Regierungschefin sieht vor allem ein gewaltiges Kommunikationsproblem zwischen den alten Verbündeten. Entscheidungen würden getroffen, ohne miteinander zu reden, Missverständnisse würden sich aufschaukeln. Besonders die jüngsten Spannungen um Grönland hätten gezeigt, wie schnell aus politischen Differenzen ein offener Konflikt werden kann. Meloni betont ausdrücklich, dass europäische Aktivitäten in der Arktis keineswegs gegen die Vereinigten Staaten gerichtet seien. Wer dies behaupte, betreibe eine gefährliche Verzerrung der Realität. Doch genau solche falschen Interpretationen treiben den Keil immer tiefer zwischen Europa und Amerika.
Während in Brüssel bereits über Gegenmaßnahmen und Vergeltungszölle beraten wird, versucht Meloni, die Stimme der Vernunft zu sein. Sie fordert beide Seiten eindringlich auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren, bevor der Streit völlig außer Kontrolle gerät. Ein Handelskrieg zwischen der EU und den USA würde Millionen Menschen treffen, Arbeitsplätze kosten und die ohnehin angeschlagene Weltwirtschaft weiter schwächen. Doch ob ihre mahnenden Worte in Washington Gehör finden, ist völlig offen. Der transatlantische Frieden wankt – und Europa steht vor einer der größten politischen Zerreißproben der letzten Jahre.
