Amsterdam verabschiedet sich vom Alltag, den Millionen Menschen in Europa noch für völlig selbstverständlich halten: Leuchtende Plakate für Burger, saftige Steaks, Familienurlaube per Flugzeug oder Kreuzfahrt, Autos vor glitzernden Skylines – all das soll aus dem Stadtbild verschwinden, weil die Politik es so will. Was in Deutschland an fast jeder Straßenecke zu sehen ist, wird in der niederländischen Hauptstadt zur verbotenen Verlockung erklärt. An Straßen, Plätzen und Haltestellen sollen Motive für Fleischprodukte und fossile Energie einfach wegzensiert werden, weil eine Mehrheit im Stadtrat beschlossen hat, die Ampel auf Verzicht und Verbote zu stellen. Wann genau der Bannschlag greift, weiß zwar noch niemand, aber die Botschaft ist klar: Die Stadt will ihren Bewohnern vorschreiben, was sie sehen, begehren und konsumieren dürfen.
Die zuständige Stadträtin Melanie van der Horst bremst zwar bei der Terminfrage und nennt den ursprünglich im Rat diskutierten Startzeitpunkt zu früh, spricht von einem angeblich vernünftigen Stichtag, doch am politischen Kurs ändert das nichts. Das Verbot kommt, egal wann, und Kritiker fragen sich schon jetzt, was als Nächstes dran glauben muss. Heute sind es Werbetafeln für Fleisch und Reisen, morgen vielleicht schon Schilder für Fast Food, Süßigkeiten, Mode oder private Autofahrten. Während in anderen niederländischen Städten Werbung für fossile Brennstoffe längst untersagt ist und ein Gericht sogar eine Klage von Reiseveranstaltern dagegen abgebügelt hat, wird in Amsterdam nun noch eine Schippe draufgelegt: Die Stadt will die Bürger mithilfe von Verboten erziehen – und verkauft diesen massiven Eingriff in die Werbefreiheit als Fortschritt.
Besonders brisant: Amsterdam rühmt sich damit, als nach eigener Darstellung weltweit erste Hauptstadt überhaupt Reklame für Fleisch komplett zu verbannen. Was für die Stadtspitze nach modernem Moralismus klingt, bedeutet für viele Unternehmen, Pendler und Touristen eine graue, belehrende Stadt ohne bunte Vielfalt an Angeboten. Metzgereien, Burgerketten, Reisebüros, Fluglinien und Kreuzfahrtanbieter werden aus dem sichtbaren Stadtleben gedrängt, nur weil ihre Produkte nicht in das Weltbild einer grünen Verbotselite passen. Statt Vertrauen in mündige Bürger zu haben, setzt Amsterdam auf Umerziehung per Plakatverbot und macht sich damit zum internationalen Vorreiter einer Entwicklung, vor der viele Verbraucher Angst haben: einer Zukunft, in der Politik bestimmt, welche Wünsche wir haben dürfen – und welche nicht einmal mehr auf einem Werbeschild auftauchen sollen.
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