Ein ganz normaler Montagnachmittag im beschaulichen Hattinger Stadtteil Niederwenigern – und plötzlich der blanke Horror. Gegen 15.30 Uhr entdeckte ein Spaziergänger in einer Einfahrt an der Breddestraße eine schwer blutende Person. Was der Mann dann sah, wird ihn wohl nie wieder loslassen: Im Kopf des Verletzten steckte eine Axt. Sofort alarmierte er die Rettungskräfte. Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst rückten mit einem Großaufgebot an. Sogar der Rettungshubschrauber Christoph 8 kreiste über dem idyllischen Wohngebiet. Die Sanitäter versorgten den 61 Jahre alten Deutschen zunächst vor Ort. Der Mann, der eine Arbeitshose trug und offenbar am mutmaßlichen Tatort wohnte, war nicht mehr ansprechbar.
Akute Lebensgefahr! Per Hubschrauber flogen die Notärzte das Opfer in eine Spezialklinik.Die Einfahrt glich einem Schlachtfeld. Eine riesige Blutlache zeugte von der unvorstellbaren Gewalt. Wie genau es zu diesen dramatischen Verletzungen gekommen war, blieb zunächst völlig unklar. Doch schnell gab es Hinweise auf einen Tatverdächtigen. Das Motiv könnte im privaten Bereich liegen. Beamte durchkämmten das Wohngebiet, befragten mögliche Zeugen. Niemand hatte einen flüchtenden Täter gesehen. Deshalb wurde der Bereich um das Wohnhaus weiträumig abgesperrt. Schwer bewaffnete Einsatzkräfte mit Maschinenpistolen umstellten das Gebäude stundenlang. Ein Spezialeinsatzkommando, das SEK, wurde angefordert.
Die Spannung im beschaulichen Viertel war mit Händen zu greifen. Nachbarn blickten entsetzt hinter Vorhängen hervor, während die Elite-Einheit das Haus umstellte. Verhandlungsführer der Spezialeinheiten forderten den Mann im Inneren per Lautsprecher auf, ans Fenster zu treten. Sie sagten ihm deutlich, dass die Polizei wegen seines Bruders da sei. Er solle herauskommen und nichts in den Händen halten.Dreißig Sekunden später, gegen 20.20 Uhr, hallten laute Rufe durch die Straße: „Hinlegen, hinlegen!“ SEK-Kräfte überwältigten den Mann. Er ließ sich widerstandslos festnehmen. Es war offenbar der Bruder des Schwerstverletzten, der sich im Haus verschanzt hatte.Die Staatsanwaltschaft Essen und die Polizei Hagen bewerten den Angriff als versuchtes Tötungsdelikt. Eine Mordkommission hat die Ermittlungen übernommen. Beamte der Spurensicherung sind vor Ort und sammeln mögliche Beweise. Der 61-Jährige kämpft derweil in der Spezialklinik um sein Leben.Was genau zwischen den Brüdern vorgefallen ist, bleibt vorerst im Dunkeln. Die Ermittler prüfen alle Spuren. Ein Fall, der die Menschen in Hattingen tief erschüttert. Ein Spaziergang, der zum Albtraum wurde. Eine Axt im Kopf – und ein Bruder hinter Gittern.
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