Eis, Schnee und Chaos auf den Straßen – und jetzt droht der nächste Hammer für Autofahrer. Aufgebrachte Bauern planen massive Blockaden mit Traktoren und wollen zentrale Zufahrten zu Autobahnen lahmlegen. Die Stimmung kocht, selbst innerhalb der Landwirtschaft gibt es Streit über den harten Kurs. In Norddeutschland formieren sich die Proteste, erste Sammelpunkte stehen fest, die Anspannung wächst. Pendler und Speditionen fürchten ein Verkehrschaos, während die Polizei sich auf einen langen Einsatztag vorbereitet.
Hinter dem Zorn steckt der geplante Südamerika-Deal der Europäischen Union. Landwirte sehen ihre Existenz bedroht und sprechen von unfairer Konkurrenz durch Importe aus Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay. Rindfleisch, Zucker und andere Produkte könnten günstiger nach Europa kommen, doch nach Ansicht der Bauern zu einem hohen Preis. Sie warnen vor niedrigeren Umwelt- und Produktionsstandards und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Der Protest richtet sich direkt gegen Brüssel und Berlin.
Für Verbraucher klingt das Versprechen niedriger Preise verlockend, für die Höfe auf dem Land ist es ein Albtraum. Viele Bauern befürchten, dass heimische Betriebe nicht mehr mithalten können. Während Traktoren zum Symbol des Widerstands werden, wächst die Sorge vor eskalierenden Aktionen. Klar ist: Der Konflikt um den Südamerika-Deal spaltet das Land – auf den Feldern, auf den Straßen und in der Gesellschaft.
