Deutschland staunt, ADAC-Mitglieder toben! Ausgerechnet der Präsident des größten Automobilclubs spricht sich öffentlich für höhere Benzin- und Dieselpreise aus – und das im Land der Autofahrer. In einem Interview erklärte Verkehrspräsident Gerhard Hillebrand, man brauche „Anreize“, damit die Menschen auf „klimaschonende Alternativen“ umsteigen. Für Millionen treue Mitglieder klingt das wie blanker Hohn. Denn sie sind es, die seit Jahrzehnten für Pannenhilfe, Schutzbriefe und Mobilität bezahlen – und jetzt ausgerechnet von ihrem eigenen Verein mit Klimapredigten und Preiserhöhungsappellen vor den Kopf gestoßen werden.
Was folgte, ließ nicht lange auf sich warten: Austrittswelle! In sozialen Netzwerken kursieren Dutzende Bilder von zerrissenen Mitgliedskarten und handgeschriebenen Kündigungsschreiben. Viele fühlen sich verraten von einem Club, der früher für freie Fahrt und günstigen Sprit stand. Statt Nähe zu den Autofahrern gibt es plötzlich Distanz, statt Service nun Politik. Und das von einem Verband, der schon früher mit seltsamen Kampagnen irritierte – etwa, als er verkündete, kein „klassischer Autoclub“ und „nicht mehr deutsch“ sein zu wollen. Für viele treue Mitglieder ist das Maß jetzt voll.
„Der ADAC vergisst, wer ihn groß gemacht hat“, schimpfen ehemalige Mitglieder im Netz. Der Club, einst Symbol für Unabhängigkeit und Sicherheit, wirkt plötzlich wie ein grüner Thinktank im gelben Gewand. Während Millionen Autofahrer über steigende Spritpreise stöhnen und der Weg zur Arbeit unerschwinglich wird, zeigt der ADAC lieber moralische Flagge. Kein Wunder, dass immer mehr Mitglieder sagen: „Ohne uns!“ Der stärkste Club Europas erlebt damit seine schwächste Stunde – und sie riecht nach verbranntem Vertrauen, nicht nach Benzin.
