Ein Schock aus Europa erschüttert Millionen Patienten: Die Europäische Arzneimittel-Agentur bestätigt, dass Abnehm- und Diabetes-Spritzem mit dem Wirkstoff Semaglutid das Risiko für eine seltene, aber verheerende Augenkrankheit deutlich erhöhen. Betroffen sind vor allem Ozempic und Wegovy. Die Diagnose heißt nicht-arteriitische anteriore ischämische Optikusneuropathie – ein Durchblutungsstopp am Sehnerv, der plötzliches, oft dauerhaftes Erblinden auslösen kann. Berichte aus Kliniken schildern Albträume: Menschen wachen nach einer Injektion mit dunklen Schatten oder komplettem Sehverlust auf, andere erleiden Blutungen an der Netzhaut. Trotzdem wehrt sich der Hersteller Novo Nordisk gegen den Vorwurf eines eindeutigen Zusammenhangs, selbst während Warnhinweise verschärft werden.
Die Warnsignale waren da, sagen Kritiker. Das Risiko sei real, die Mechanismen plausibel: GLP-eins-Medikamente können den Blutzucker rasant senken, was den Sehnerv in eine Sauerstoff-Not bringen könnte. Der Genetiker David Sinclair warnt öffentlich vor einer Häufung sogenannter Augenschlaganfälle im Zusammenhang mit diesen Wirkstoffen. Für Betroffene ist das keine Statistik, sondern ein Schicksal – denn wenn der Schaden eintritt, gibt es oft keinen Weg zurück. Währenddessen spielten Behörden die Gefahr lange herunter. Erst jetzt ziehen sie nach, fordern bei plötzlichen Sehstörungen sofortige Notfallhilfe und passen Hinweise an.
Auch in Großbritannien reagiert die Medicines and Healthcare products Regulatory Agency – vielen zu spät. Der Vorwurf der regulatorischen Nähe zur Industrie steht im Raum, während Patienten mit lebensverändernden Folgen leben müssen. Dabei gibt es Alternativen, sagen Ärzte: Ernährung, Bewegung und Stoffwechsel-Therapien können helfen, ohne das Risiko einer Erblindung einzugehen. Der Skandal wirft eine alte Frage neu auf: Wem dient moderne Medizin, wenn Warnungen verzögert werden und Gewinne weiterlaufen? Für viele bleibt nur ein bitteres Fazit – Vertrauen ist gut, wachsame Skepsis besser.
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