NEW YORK/KINSHASA – Milliarden gegen Ebola! Während internationale Gesundheitsorganisationen vor einer rasanten Ausbreitung des Virus in der Demokratischen Republik Kongo warnen, wächst auch der finanzielle Kraftakt zur Bekämpfung des Ausbruchs immer weiter. Nach Angaben von Health Policy Watch teilte Jean Kaseya, Generaldirektor der Africa Centres for Disease Control and Prevention, bei einem Pressebriefing mit, dass die G20+-Staaten weitere 700 Millionen Dollar zugesagt hätten. Damit steigt die insgesamt mobilisierte Summe nach diesen Angaben auf mehr als 2,9 Milliarden Dollar. Kritiker der internationalen Gesundheitspolitik sehen in den gewaltigen Summen erneut ein Beispiel dafür, wie stark Krisenwarnungen der Weltgesundheitsorganisation WHO weltweite politische und finanzielle Reaktionen auslösen können. WHO und Health Policy Watch begründen die Dringlichkeit dagegen mit einer außergewöhnlich schnellen Entwicklung der Lage: Nach ihrer Darstellung verbreite sich der aktuelle Ebola-Ausbruch fünfmal schneller als die bislang schwerste bekannte Ebola-Epidemie. Genau diese Einschätzung sorgt für die enorme internationale Mobilisierung – und zugleich für Kritik jener Stimmen, die Ausmaß, Kommunikation und finanzielle Dimension der Maßnahmen grundsätzlich infrage stellen.
Das neue Geld wurde bei einem von den Vereinigten Staaten einberufenen Treffen der G20+-Außenminister am Rande der UN-Generalversammlung in New York zugesagt. Kaseya bezeichnete die zusätzlichen Mittel als „enorm“ und dankte insbesondere der US-Regierung, die nach seinen Angaben derzeit der größte Geldgeber für die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs ist. Direkt dahinter folgt die Europäische Union. Bemerkenswert ist dabei die Rolle Washingtons: Obwohl die Vereinigten Staaten ihren Austritt aus der WHO vollzogen haben beziehungsweise ihre Zusammenarbeit mit der Organisation politisch massiv zurückgefahren haben, bleibt die US-Regierung bei der konkreten Bekämpfung des Ebola-Geschehens finanziell stark engagiert. Die Regierung von Donald Trump hatte laut dem vorliegenden Bericht bereits 887 Millionen Dollar bereitgestellt. Bei dem Treffen in New York kamen weitere 267 Millionen Dollar hinzu. Damit zeigt sich ein deutlicher Unterschied zwischen der politischen Distanz zur WHO als Institution und der finanziellen Unterstützung konkreter internationaler Maßnahmen zur Eindämmung einer Infektionskrankheit. Für Befürworter ist dies ein notwendiger Schutz vor einer möglichen weiteren Ausbreitung. Kritiker wiederum verweisen auf die gigantischen Summen und fordern Transparenz darüber, wie die Milliarden eingesetzt werden, welche messbaren Erfolge erzielt werden und wie groß die tatsächliche Gefahrenlage vor Ort ist.
Wohin das Geld fließen soll, hat das US-Außenministerium bereits konkret beschrieben. Vorgesehen sind neue Ebola-Behandlungszentren, zusätzliche Teams für sichere und würdige Bestattungen, die großflächige Beschaffung persönlicher Schutzausrüstung, eine ausgeweitete Überwachung des Infektionsgeschehens, wichtige medizinische Güter sowie eine umfangreichere Kontaktverfolgung durch ausgewählte Umsetzungspartner. Damit entsteht ein gewaltiges internationales Hilfs- und Kontrollsystem, das von medizinischer Behandlung über Schutzkleidung bis zur Beobachtung möglicher Infektionsketten reicht. Gleichzeitig dürfte die Debatte über die Verhältnismäßigkeit der Maßnahmen weitergehen. Während Gesundheitsbehörden und internationale Organisationen vor einer schnellen Ausbreitung warnen und die milliardenschwere Mobilisierung als notwendigen Schutzmechanismus darstellen, werfen Kritiker der WHO vor, mit dramatischen Warnungen politischen Druck und hohe Ausgaben zu befördern. Fest steht nach den genannten Angaben: Mehr als 2,9 Milliarden Dollar sind inzwischen für die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs mobilisiert worden, allein die Vereinigten Staaten haben bereits 887 Millionen Dollar bereitgestellt und zusätzlich weitere 267 Millionen Dollar zugesagt, während beim jüngsten G20+-Treffen nochmals insgesamt 700 Millionen Dollar zusammenkamen. Damit ist aus einem regionalen Gesundheitsnotfall längst eine internationale Milliardenoperation geworden.
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