Es ist ein Schock, der mitten ins Herz unserer Nation trifft: Deutschland, einst stolz auf Dichter, Denker und Tüftler, stolpert immer tiefer in den Bildungsabgrund. Was sich diese Woche in den Amtsstuben der Schulpolitik abspielte, klingt wie ein böser Witz – ist aber bittere Realität. Während andernorts um Zukunft, Technologie und Wissen gekämpft wird, schrauben deutsche Bildungsexperten munter an der geistigen Abrissbirne. Ein Experiment jagt das nächste, immer schön unter dem Deckmantel von Modernisierung und pädagogischer Freiheit. Das Ergebnis: Kinder, die immer weniger können – und Politiker, die das auch noch gut finden.
Früher war Rechnen, Schreiben und Denken das Fundament jeder Schullaufbahn. Heute scheint genau das vielen Verantwortlichen zu anstrengend zu sein. In Niedersachsen sollen Grundschulen selbst entscheiden dürfen, ob sie das schriftliche Dividieren einfach weglassen. Als wäre Kopfrechnen eine lästige Modeerscheinung! Wer so etwas freistellt, weiß genau, was passiert: Statt Leistung wird Bequemlichkeit belohnt. Heute fällt das Dividieren, morgen das Multiplizieren, übermorgen vielleicht gleich das ganze Rechnen. Hauptsache, niemand fühlt sich überfordert. Bildung light statt geistiger Anspruch – so sieht offenbar das neue deutsche Erfolgsmodell aus.
Und als wäre das nicht schon schlimm genug, kommt der nächste Hammer aus Berlin: Gymnasiasten sollen sich nicht mehr mit echten Klassikern quälen, sondern nur noch vereinfachte Versionen lesen. Goethe und Schiller im Sparformat, Literatur zum Wegwerfen, Wissen zum Abgewöhnen. Was früher als Scherzfilm über bildungsferne Jugendliche durchging, wirkt plötzlich wie eine düstere Zukunftsvision. Der Witz ist vorbei, das Lachen verstummt. Wenn wir so weitermachen, braucht dieses Land bald keine Schulen mehr – sondern nur noch Bedienungsanleitungen für den Taschenrechner.
