Die Resolution zu Fragen der Nutztierhaltung in Deutschland!

 

An den Vorsitzenden des Wissenschaftlichen Beirates für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Herrn Prof. Dr. Harald Grethe

An den Präsidenten der Bundestierärztekammer (BTK), Herrn Dr. Uwe Tiedemann

An den Vorsitzenden der Deutschen Juristischen Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT), Herrn Dr. Christoph Maisack

An den Vorsitzenden des Deutschen Ethikrates, Herrn Prof. Dr. Peter Dabrock

An den Vorsitzenden des Arbeitskreises Tierethik der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT), Herrn Karl Pfizenmaier

Sehr geehrte Herren!

In der Anlage sende ich Ihnen eine Resolution zu Fragen der Nutztierhaltung in Deutschland mit der Bitte um Prüfung des jeweiligen für Ihre Institution relevanten Textteiles und  mit der Bitte um Beantwortung dieses Schreibens.

Die Resolution lautet wie folgt:

 

RESOLUTION ZU FRAGEN DER NUTZTIERHALTUNG IN DEUTSCHLAND

  1. Die Unterzeichner/innen fordern den Wissenschaftlichen Beirat für Agrarpolitik beim Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) auf, endlich adäquate Konsequenzen aus dem vom BMEL selbst in Auftrag gegebenen und 2015 veröffentlichten Gutachten „Wege zu einer gesellschaftlich akzeptierten Nutztierhaltung“ (DOI-Volltext als PDF: http://dx.doi.org/10.12767/buel.v0i221.82.g199) bei den zuständigen Stellen anzumahnen. Die derzeitige Form der Nutztierhaltung in Deutschland wird als nicht zukunftsfähig bewertet. Für den empfohlenen Systemwechsel werden die Kosten in Expertenkreisen auf etwa 5 Milliarden Euro pro Jahr beziffert. Die bislang von der Bundesregierung eingeleiteten Maßnahmen sind hingegen nicht einmal im Ansatz als ausreichend zu werten und bedürfen dringend der Revision.

  1. Die Bundestierärztekammer (BTK) und die Deutsche Juristische Gesellschaft für Tierschutzrecht (DJGT) werden aufgefordert, präzise Stellungnahmen zu verfassen, wann Nutztierzucht zu Qualzucht und wann Nutztierhaltung zur Qualhaltung werden.

  1. Der Deutsche Ethikrat wird aufgefordert, nutztierethische Fragestellungen in seinen Aufgabenbereich mit aufzunehmen oder die Gründung eines separaten Ethikrates für tierethische Fragestellungen zu befürworten.

Berlin, den 29.Juni 2019

 

Unterzeichner:

  1. Advena, Dr. Ines (2.Vorsitzende der „Tierärzte für verantwortbare Landwirtschaft e.V.“)
  2. Grimm, Belinda (Förderverein des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung – PSP)
  3. Gruner, Verena
  4. Hartwich, Marie (PSP)
  5. Joy, Dr. Melanie (Präsidentin des Carnism Awareness and Action Network)
  6. Joy, Sebastian (Stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer von ProVeg)
  7. Klosterhalfen, Mahi ( Präsident der Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt)
  8. Kruse, Tobias (Lush Deutschland)
  9. Ledermann, Christina (Vorsitzende der „Menschen für Tierrechte“)
  10. Marahrens, Dr. Michael (Vorsitzender des Arbeitskreises Tiertransporte der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz – TVT)
  11. Martens, Prof. Dr. Holger (Veterinärphysiologe, FU Berlin)
  12. Müller-Arnke, Dipl.-Ing. agr. Ina (Nutztierexpertin)
  13. Neussel, Margit (PSP)
  14. Neussel, Martin (PSP)
  15. Neussel, Dr. Walter (1.Vorsitzender des Fördervereins des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung – PSP)
  16. Neussel, Udo (PSP)
  17. Pfizenmaier,Karl (Vorsitzender des Arbeitskreises Tierethik der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz – TVT)
  18. Schuetze, Katharina
  19. Späth, Elisabeth (PSP)
  20. Tönnies, Dr. Kirsten (TVT, PSP)
  21. Wittke, Vera (Geschäftsführende Leitung von Animal Equality Germany)

Mit vorzüglicher Hochachtung

Walter Neussel (1.Vorsitzender des Fördervereins des Peter-Singer-Preises für Strategien zur Tierleidminderung)

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