Endlich stehen die Alten auf: Seit Wochen bilden sich Facebook-Gruppen unter der Bezeichnung „Fridays gegen Altersarmut“!

Quelle: Screenshot FB Prof. Dr. Meuthen

Prof. Dr. Jörg Meuthen

Liebe Leser, endlich stehen die Alten auf: Seit Wochen bilden sich nämlich Facebook-Gruppen unter der Bezeichnung „Fridays gegen Altersarmut“.

Für den 24. Januar planen diese Gruppen nun bundesweit Mahnwachen, unter anderem in München auf dem Marienplatz.

Das ist nun die allzu verständliche Reaktion von Menschen, die feststellen, dass sie am Ende eines langen, zum Teil auch durch Brüche geprägten Arbeitslebens mit einer Rente abgespeist werden, die nur in wenigen Ländern auf der Welt noch lausiger ist als in Deutschland.

Betrachtet man nämlich die von der OECD sorgfältig zusammengestellte Übersicht über die sogenannten Netto-Rentenersatzquoten (das ist das Verhältnis des individuellen Nettorentenanspruchs zum Nettogehalt vor dem Renteneintritt), dann sprechen die Zahlen eine klare Sprache: Während diese Quote im Durchschnitt aller OECD-Staaten bei ca. 63% liegt, sind es in Deutschland nur 50,5%.

Diese Quote wird natürlich erst dann richtig aussagekräftig, wenn man sie mit anderen, ähnlich leistungsfähigen Ländern um uns herum vergleicht. In Frankreich beträgt dieser Wert 74,5%, in Dänemark 80,2%, in Österreich 90,8% und in Italien sogar 93,2% – ganz zu schweigen von den Niederlanden, dort sind es sagenhafte 100,6%, also sogar etwas mehr als das Nettogehalt während des Arbeitslebens.

https://www.oecd-ilibrary.org/…/renten-auf-einen-blick-2017… (dort als PDF erhältlich, die entsprechende Tabelle befindet sich auf S. 119)

Wen wundert es da, dass die Altersarmut in Deutschland mittlerweile ein erschreckendes Niveau erreicht hat. Genaue Zahlen hierzu sind allerdings abhängig von verschiedenen Definitionen, was eigentlich Armut bedeutet – dementsprechend ist die Bandbreite der entsprechenden Werte enorm und schwankt zwischen 500.000 und 9 Millionen Rentnern in Armut.

https://www.wiwo.de/…/widerspruechliche-stati…/25005054.html

Auch eine andere Zahl hat Sprengkraft: Mehr als eine halbe Million Rentner hat so wenig Rente, dass ihnen eine Aufstockung auf das Hartz IV-Niveau gewährt wird – und die Dunkelziffer derer, die aus Scham, manchmal vielleicht auch aus Unwissen eine solche Aufstockung nicht beantragen, dürfte hoch sein.

https://finanzmarktwelt.de/altersarmut-hartz-4-bezug-aelte…/

Die Sprengkraft gerade der letztgenannten Zahl liegt vor allem natürlich darin, dass hier Menschen, die zumeist ihr Leben lang in Deutschland gearbeitet haben, mit dem Sozialhilfeniveau abgespeist werden – und damit letztlich exakt mit demselben Niveau, was kulturfremden, illegal in unser Sozialsystem eingewanderten Sofort-Rentnern nach einer kurzen Aufenthaltsdauer in Deutschland ohne jede Gegenleistung gewährt wird. Das kann nicht gerecht sein!

„Leistung muss sich wieder lohnen“, so warb stets die CDU über die letzten Jahrzehnte. Das Ergebnis sieht man nun: Lebensleistung lohnt sich eben nicht – jedenfalls gemessen an der Rentenhöhe in Deutschland.

Diese Rentenhöhe ist zu ganz wesentlichen Teilen von Union und SPD bestimmt. Diese Parteien haben über die Jahrzehnte das Kanzleramt unter sich aufgeteilt und damit die Richtlinien der Politik bestimmt.

Sie haben damit ein System geschaffen, das weder gegenwarts- noch zukunftsfähig ist; dies umso mehr, wenn jetzt auch noch die sogenannten Babyboomer in Rente gehen. Sie haben ein System geschaffen, dessen einseitige Belastung des Produktionsfaktors Arbeit (genau genommen hier auch nur der nichtselbständigen Arbeit!) sozial ungerecht und auch völlig unzureichend ist.

Wenn wir also die Altersversorgung in Deutschland auf eine tragfähige neue Basis stellen wollen, dann brauchen wir vor allem zwei Dinge:

Erstens benötigen wir eine vollständige staatliche Garantie aller bisher aus der gesetzlichen Rentenversicherung und allen anderen Rentensystemen erworbenen Rentenansprüche.

Zweitens brauchen wir für die Zukunft eine wirkliche Systemumstellung. Die Finanzierung der Rente muss weg von der bisherigen alleinigen Belastung der Arbeitnehmer (also bislang ohne Beamte und Selbständige) und hin zu einer künftig steuerfinanzierten Absicherung der erworbenen Bürgeransprüche – und zwar schlicht deshalb, weil es sich hier um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe handelt.

Um diese Fragen ringen wir als Alternative für Deutschland derzeit, und seien Sie gewiss, liebe Leser: Wir werden auf unserem anstehenden Sozialparteitag ein vernünftiges Rentenkonzept beschließen.

Auch hierin unterscheiden wir uns von all den Parteien, die sich nun über Jahrzehnte den Staat untereinander aufgeteilt haben. Ja mehr noch: Diese Parteien haben nicht einmal auf die mahnenden Worte beispielsweise eines Kurt Biedenkopf oder eines Meinhard Miegel gehört, die bereits in den 1970er-Jahren auf die absehbaren und damit drohenden Probleme aufmerksam gemacht haben – diese jahrzehntelange Verschleppung rächt sich jetzt.

Oder anders gesagt: Bislang löst der Staat das Rentenproblem nicht, wie Millionen Alte derzeit schmerzhaft erfahren – der Staat IST vielmehr das Rentenproblem.

Darum sollte man die Steuern und Abgabenlasten auf ein erträgliches Niveau absenken, wie wir es aus nahezu allen anderen Staaten auch kennen, um den Menschen zu ermöglichen, dass sie für sich (neben der in Zukunft dann aus Steuermitteln finanzierten Grundsicherung im Alter) eine wirklich substantielle eigene Altersvorsorge überhaupt betreiben können.

Das ist bei den derzeitigen Abgabelasten für sehr viele momentan überhaupt nicht möglich – und war es bereits in der Vergangenheit nicht, wie man an den eingangs erwähnten, endlich einsetzenden Unmutsbekundungen der älteren Generation erkennen kann.

Es ist doch völlig nachvollziehbar, dass sogenannte Kleinrentner – und hier sprechen wir von einigen Millionen, die sich jede Tasse Kaffee vom Mund absparen müssen – auf die Straße gehen; erstaunlich ist eigentlich nur, dass es so lange gedauert hat.

Wir wünschen allen anstehenden Aktivitäten dieser älteren Mitbürger gutes Gelingen und viel Erfolg! Dies sind endlich einmal wirklich sinnvolle Freitagsdemonstrationen, denn auch und gerade den Älteren steht in unserem Land ein würdiges Leben in Gegenwart und Zukunft zu.

Zeit für Renten, die wirklich sicher und auskömmlich sind. Zeit für das Ende der jahrzehntelangen Verschleppungstaktik. Zeit für die #AfD.