Nonnweiler – Eigentlich sollte es ein fröhlicher Rosenmontag werden, mit bunten Kostümen, Musik und närrischem Treiben trotz Schneeschauern. Clowns in Regencapes tanzten durch die Straßen, „flotte Omas“ hoben als Astronauten ab und fantasievolle Gruppen nahmen augenzwinkernd Bezug auf lokale Politik. Doch mitten in diese ausgelassene Faasend-Stimmung platzte eine kleine Fußgruppe, die mit provokanten, islamkritischen Botschaften für schlagartige Unruhe sorgte. Zwei Teilnehmer zogen einen geschmückten Bollerwagen mit Deutschlandfahne und auffälligen Schildern durch den Zug – und stellten eine zugespitzte Frage, die sofort für hitzige Diskussionen unter Zuschauern sorgte. Während Konfetti fiel und Musik spielte, blieb vielen Besuchern das Lachen im Hals stecken.
Der Wagen, dekoriert mit roten und weißen Elementen, zeigte eine bewusst kontrastreiche Darstellung. In der Mitte eine junge Frau im weißen Kleid, die eine Taube steigen lässt, flankiert von Symbolbildern und Schlagworten, die ein düsteres Zukunftsszenario zeichnen sollten. Die Darstellung war satirisch gemeint, wirkte auf manche Beobachter jedoch wie eine politische Kampfansage mitten im Karneval. Die kleine Gruppe lief an der Spitze des Zuges und wurde schnell zum Gesprächsthema – erst am Straßenrand, später in der Kurhalle und schließlich weit über die Ortsgrenzen hinaus. Was für die einen noch unter die traditionelle Narrenfreiheit fiel, sahen andere als gezielte Provokation.
Jetzt beschäftigt der Vorfall die Behörden. Der Staatsschutz prüft, ob die Aktion von der Meinungsfreiheit gedeckt ist oder ein strafrechtlich relevanter Sachverhalt vorliegen könnte. Die Ermittler wurden nach Bekanntwerden des Falls aktiv und wollen den Vorgang neutral bewerten, bevor eine abschließende Einschätzung an die Staatsanwaltschaft geht. Währenddessen distanzierte sich der veranstaltende Karnevalsverein ausdrücklich von den Aussagen der Gruppe und betonte, Faasend stehe für Offenheit, Respekt und friedliches Miteinander. Auch Bürgermeister Franz Josef Barth verwies darauf, dass Fastnachtsumzüge traditionell gesellschaftliche Themen satirisch überspitzen dürften. In den sozialen Netzwerken tobt derweil eine heftige Debatte zwischen Verteidigern der Aktion und Kritikern, die eine Grenze überschritten sehen – und so sorgt ein kleiner Wagen aus einem saarländischen Dorf plötzlich bundesweit für Zündstoff weit über die närrischen Tage hinaus.
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