Berlin – Was sich hinter Wohnungstüren, in Beziehungen und im Alltag abspielt, ist schlimmer als jede Statistik vermuten ließ. Eine neue Dunkelfeldstudie legt offen, wie groß das Schweigen über Gewalt wirklich ist. Vorgestellt von Familienministerin Karin Prien und Innenminister Alexander Dobrindt, zeigt sie ein erschütterndes Bild: Gewalt in Partnerschaften bleibt fast immer unsichtbar. Psychische Demütigung, Kontrolle, Angst und körperliche Übergriffe gehören für viele Menschen zum Leben – doch kaum jemand geht zur Polizei. Das Dunkelfeld ist gigantisch, größer als selbst Fachleute erwartet hatten. Der Staat sieht nur die Spitze eines Eisbergs, unter dem sich Leid, Ohnmacht und Schweigen stapeln.
Besonders Frauen trifft es hart. Fast jede zweite erlebt im Laufe ihres Lebens psychische Gewalt durch einen Partner oder Ex-Partner, viele auch körperliche Übergriffe. Doch auch Männer sind betroffen, oft still und unbeachtet. Sexuelle Belästigung ist für Millionen bittere Realität – von anzüglichen Sprüchen bis zu unerwünschten Berührungen. Noch erschreckender: Bei sexueller Gewalt stammen die Täter häufig aus dem engsten Umfeld, nicht selten sind es frühere Partner. Auch Stalking gehört für viele zum Alltag aus Angst, Verfolgung und Kontrollverlust. Die Studie zeigt klar: Gewalt ist kein Randproblem, sie zieht sich durch alle Altersgruppen und Lebenslagen.
Familienministerin Prien warnt eindringlich vor den Folgen dieses Schweigens. Viele Betroffene wagen keine Anzeige aus Angst vor Eskalation, vor finanziellen Sorgen oder wegen der Kinder. Hoffnungslosigkeit hält sie gefangen. Innenminister Dobrindt spricht von einer besonders widerwärtigen Form der Gewalt, wenn K.o.-Tropfen eingesetzt werden – vor allem junge Frauen werden so zu Opfern. Er kündigt härtere Strafen an und fordert ein hartes Durchgreifen. BKA-Chef Holger Münch appelliert an alle: Wegsehen hilft den Tätern. Nur wenn Nachbarn, Freunde und Kollegen hinschauen und helfen, kann der Gewalt-Kreislauf durchbrochen werden. Das Dunkelfeld ist groß – doch Schweigen schützt niemanden.
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