GLOBALISIERUNG VOR DEM AUS? MALARIA-ALARM IN FRANKFURT! Tropenkrankheit erreicht Wohngebiet – Gesundheitsamt warnt nach Todesfällen!

Frankfurt/Main – Plötzlich ist die gefürchtete Tropenkrankheit nicht mehr nur ein Problem ferner Länder: In Frankfurt wächst die Sorge vor Malaria! Nachdem bereits im Juli mehrere Beschäftigte des Frankfurter Flughafens erkrankt waren, sind nun zwei weitere Infektionen bekannt geworden – und diesmal arbeiten die Betroffenen nicht einmal am Airport. Beide leben im flughafennahen Frankfurter Stadtteil Schwanheim. Das Gesundheitsamt hat deshalb reagiert und warnt die Bevölkerung vor möglichen weiteren Übertragungen. Besonders brisant: Die beiden mit dem gefährlichen Malaria-Erreger Plasmodium falciparum infizierten Personen hatten sich nach Angaben der Behörde zuvor weder in einem Malaria-Endemiegebiet aufgehalten noch arbeiten sie am Flughafen. Damit stellt sich die entscheidende Frage: Wie konnte der Erreger zu ihnen gelangen? Seit Juli hatten sich bereits sechs Mitarbeiter des Frankfurter Flughafens mit Malaria infiziert. Alle sechs waren in der Gepäckabfertigung beschäftigt. Zwei der Erkrankten starben. Die Behörden gehen davon aus, dass mit Flugzeugen eingeschleppte Stechmücken aus tropischen Regionen eine Rolle gespielt haben könnten. Der internationale Luftverkehr, täglich transportierte Gepäckstücke und eingeschleppte Insekten rücken damit erneut in den Mittelpunkt der Untersuchungen. Was normalerweise Tausende Kilometer entfernt beginnt, könnte durch den weltweiten Waren- und Reiseverkehr innerhalb weniger Stunden mitten in Deutschland landen.

Jetzt läuft in Frankfurt die Suche nach dem Übertragungsweg auf Hochtouren. Das Gesundheitsamt hat nach einem Bericht der Hessenschau Mückenfallen sowohl am Flughafen als auch im Umfeld der Wohnungen der beiden neu Erkrankten aufgestellt. Die dort gefangenen Insekten sollen anschließend in einem belgischen Tropeninstitut untersucht werden. Dabei wollen die Experten herausfinden, ob sich unter den gefangenen Mücken möglicherweise Tiere befinden, die den Malaria-Erreger übertragen können. Besonders rätselhaft ist dabei die Entfernung: Die beiden Erkrankten wohnen rund 5 Kilometer vom Flughafen entfernt. Anopheles-Mücken legen nach Angaben der Hessenschau selbst normalerweise lediglich Entfernungen von rund 2 Kilometern zurück. Doch es gibt noch eine andere Erklärung. Mücken könnten beispielsweise mit Gepäckstücken oder anderen Transportwegen weitergetragen worden sein. Fachleute sprechen in solchen Fällen auch von sogenannter „Gepäckmalaria“. Genau dieses Szenario macht die Fälle so außergewöhnlich: Menschen können sich theoretisch infizieren, obwohl sie selbst niemals in einem klassischen Malariagebiet gewesen sind. Am Dienstag bestätigte das Gesundheitsamt schließlich die beiden Fälle aus Schwanheim. Die Behörde erklärte ausdrücklich, dass die mit Plasmodium falciparum infizierten Personen weder am Flughafen arbeiten noch zuvor ein Malaria-Endemiegebiet besucht hatten. Wie genau die Übertragung erfolgte, wird deshalb weiterhin untersucht.

Das Gesundheitsamt ruft die Bevölkerung unterdessen zu konsequentem Mückenschutz auf. Empfohlen werden sogenannte Repellentien sowie bedeckende Kleidung. Bei Repellentien handelt es sich um Sprays oder Cremes, deren Inhaltsstoffe Stechmücken fernhalten sollen. Als besonders wirksam nennt die Behörde Produkte mit Icaridin oder Diethyltoluamid, besser bekannt als DEET. Wer pflanzliche Wirkstoffe bevorzugt, könne laut Gesundheitsamt auf Zitroneneukalyptusöl zurückgreifen. Zusätzlich können Fliegengitter an Fenstern und Türen verhindern, dass Stechmücken überhaupt in Wohnungen gelangen. Trotz der dramatischen Entwicklung mit insgesamt sechs erkrankten Flughafenmitarbeitern, zwei Todesfällen und nun zwei weiteren Infektionen außerhalb des Airports versucht die Behörde zugleich zu beruhigen. Das Risiko einer Malaria-Ansteckung werde weiterhin als gering eingeschätzt. Als Grund nennt das Gesundheitsamt die klimatischen Bedingungen in Deutschland, die für den vollständigen Entwicklungszyklus von Mücke und Malaria-Erreger ungünstig seien. Dennoch zeigen die Fälle, welche ungewöhnlichen Folgen der internationale Flugverkehr haben kann: Eine tropische Stechmücke kann möglicherweise mit einem Flugzeug oder sogar im Gepäck nach Europa gelangen – und plötzlich beschäftigt eine Krankheit, die normalerweise mit tropischen Regionen verbunden wird, Ärzte, Gesundheitsbehörden und Anwohner mitten im Rhein-Main-Gebiet.

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