Groß-Gerau: Seniorin mit Bitcoin-Anlagebetrug um mehr als 1.000.000 Euro gebracht!

Eine Seniorin aus dem Kreis Groß-Gerau wurde von dreisten Betrügern nach derzeitigem Ermittlungsstand um mehr als eine Million Euro gebracht.

Die Frau wollte ihr Vermögen aus einem Hausverkauf gewinnbringend anlegen und stieß bei ihrer Auswahl an Angeboten auf eine Bitcoin-Werbung. Über ein Internetportal nahm die Frau anschließend Kontakt auf. Bereits im Jahr 2019 begann sie mit der Einzahlung von hohen Geldbeträgen. Die Betrüger bauten mit häufigen Telefonaten eine Art Beziehung zu der Seniorin auf und veranlassten sie letztendlich zu weiteren Überweisungen von insgesamt fast einer Million Euro auf verschiedene, teils ausländische Konten.

Als sie ihr Geld wieder zurückhaben wollte, musste sie, angeblich zur Abwendung von Steuern und Gebühren, weitere Einzahlungen vornehmen und sollte gar 90.000 Euro überweisen, um die Hälfte ihrer Einzahlungen zurück zu bekommen. Alle ihr Bemühungen wieder an ihr eingezahltes Geld zu gelangen, schlugen bislang fehl. Die Frau erstattete daraufhin nun Anzeige bei den Beamten des Rüsselsheimer Betrugskommissariats K 23. Die Ermittlungen dauern an. Die Erfolgsausssichten, dass die Frau jemals wieder an ihr Geld kommt, werden von den Ermittlern als äüßerst gering eingeschätzt.

Die Polizei warnt in diesem Zusammenhang:

Traumhafte Renditen können einen Warnsignal sein. Wer auf der Suche nach einer lukrativen Kapitalanlage ist, sollte sich nicht von Gier leiten lassen und gerade bei der Aussicht auf angeblich hohe Gewinne vorsichtig sein. Denn dahinter können Anlagebetrüger stecken, die mit dem Versprechen auf traumhafte Gewinne, beispielsweise hohe Zinsen, an das Geld leichtgläubiger Anleger wollen. Dabei kommt ihnen die für Laien oft undurchsichtige Komplexität der angebotenen Finanzprodukte entgegen, aber auch die angesichts traumhafter Renditen fehlende Vorsicht potenzieller Anleger.

Tipps der Polizei:

Vertrauen Sie Ihr Geld ausschließlich seriösen Anbietern an. Lassen Sie sich aussagekräftige Referenzen zeigen.

Nehmen Sie sich Zeit. Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und zum Vertragsabschluss drängen.

Lesen Sie die AGBs des Anbieters genau durch und fragen Sie bei Unklarheiten gezielt nach.

Fragen Sie nach der Absicherung Ihrer Investition. Bestimmte Produkte (z.B. Inhaberschuldverschreibungen) sind beispielsweise nicht über einen so genannten Einlagensicherungsfonds abgesichert – das heißt, bei einer Insolvenz des ausgebenden Unternehmens sind diese Gelder verloren.

Holen Sie Vergleichsangebote anderer Anbieter ein.

Nutzen Sie den Service von Verbraucherzentralen und spezialisierten Anwälten (z.B. Fachanwälte für Kapitalmarktrecht) und lassen Sie die Ihnen vorliegenden Angebote prüfen.

Lassen Sie sich nicht von hohen Gewinnversprechen blenden. Der Aussicht auf einen hohen Gewinn (Rendite) steht immer ein hohes Risiko, bis hin zum Totalverlust, gegenüber.

Produkt-Zertifizierungen (z.B. TÜV- oder andere „Siegel“) sind vor allem Werbemittel und bieten weder Gewähr für die Seriosität des Anbieters noch für risikolose Kapitalanlagen.

Achten Sie auf den Firmensitz. Unseriöse Anbieter von Anlageprodukten wählen ihren Geschäftssitz gerne im Ausland, vor allem in den bekannten Steueroasen in Übersee.

Achten Sie auf die Gesellschaftsform. Beispielsweise unterliegt eine als „Limited“ (Ltd.) geführte Gesellschaft mangels Stammkapital keinerlei Haftungsverpflichtung.

Polizeipräsidium Südhessen

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