Sie tragen feine Pullis, gepflegte Frisuren und wirken wie geschniegelt aus der Karrierebroschüre. Doch hinter der Fassade aus Businesslook und Selbstsicherheit lauert ein Abgrund aus Gewalt und Hass. Im Hochsicherheitssaal des Oberlandesgerichts Düsseldorf beginnt ein neuer Prozess, der Deutschland erschüttert. Auf der Anklagebank sitzen junge Frauen und Männer, denen der Generalbundesanwalt nichts Geringeres als versuchten Mord vorwirft. Statt Aktenkoffer und Paragrafen sollen Hämmer, Brutalität und linksextreme Ideologie ihr wahres Gesicht sein.
Als die Angeklagten den Gerichtskomplex betreten, branden Solidaritätsrufe aus dem Umfeld auf. Unterstützer rufen Parolen, winken, schicken Handküsse. Ein Bild, das fassungslos macht. Denn laut Anklage geht es um knallharte Gewalt, um gezielte Angriffe und um eine Gruppe, die als Teil der berüchtigten Hammerbande gilt. Die Bundesanwaltschaft zeichnet das Bild einer kriminellen Vereinigung, die bereit gewesen sein soll, Menschen schwerst zu verletzen oder deren Tod billigend in Kauf zu nehmen.
Der Kontrast könnte größer kaum sein: nach außen jugendlicher Lifestyle, im Kern brutale Radikalisierung. Der Vorwurf lautet, aus politischem Hass heraus mit äußerster Gewalt zugeschlagen zu haben. Für die Opfer ein Albtraum, für den Rechtsstaat eine Bewährungsprobe. Während die Angeklagten demonstrativ Gelassenheit zeigen, liegt über dem Prozess ein düsterer Schatten. Denn was hier verhandelt wird, ist nicht bloß ein politischer Irrweg, sondern der mutmaßliche Wille, Leben zu zerstören.
