Haseloff warnt vor schwindender Akzeptanz der Corona-Maßnahmen

Reiner Haseloff, über dts Nachrichtenagentur

Magdeburg (dts Nachrichtenagentur) – Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) hat vor einer schwindenden Akzeptanz der Corona-Schutzmaßnahmen gewarnt und für Lockerungen geworben. "Die Menschen sind nach dem Lockdown erschöpft", sagte der amtierende Bundesratspräsident den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagausgaben). "Wir wollen verhindern, dass vieles in den illegalen Bereich wandert. Sonst breitet sich das Virus noch stärker aus – und die Wirtschaft nimmt noch größeren Schaden."

Als Beispiel nannte Haseloff den Sport: "Statt unkontrollierter Sporttreffs von Gruppen können wir Sport bis zu fünf Personen wieder zulassen, wenn die Vereine darauf achten, dass die Hygieneregeln eingehalten werden. Was wir im Moment machen, kann nicht dauerhaft so bleiben." Die Menschen müssten sich "irgendwann auch mal wieder Kleidung kaufen oder ins Museum gehen können", sagte er. "Es gibt existenzielle Bedürfnisse, die befriedigt werden müssen." Bei den Öffnungen dürfe nicht alles an Inzidenzen von 35 oder 50 festgemacht werden, forderte er. "Wir müssen auch fragen, wie es bei den Intensivbetten, bei der Impfquote oder mit der Teststrategie aussieht." Zugleich wandte sich Haseloff gegen einheitliche Regeln für alle Bundesländer. "Es wird einen Plan geben. Aber man kann nicht alle Länder und Landkreise über einen Kamm scheren", sagte er. "Dafür ist das Infektionsgeschehen zu unterschiedlich. Einheitliche Regeln wären auch gerichtlich nicht haltbar." Der Ministerpräsident warb für Rückkehrmöglichkeiten zu den bisherigen Regeln. "Wenn wir sehen, dass die Öffnung von Baumärkten zu vermehrten Ansteckungen führt, werden wir das sofort korrigieren", sagte Haseloff.

Foto: Reiner Haseloff, über dts Nachrichtenagentur

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